Deutscher Gewerkschaftsbund

29.07.2018

Fluchtursachen werden kaum diskutiert

Lese-Tipp: Georg Auernheimer, Wie Flüchtlinge gemacht werden

Geflüchtete sind ein Thema, das die öffentliche Diskussion beherrscht und die Gesellschaft spaltet. Eine Seite plädiert für prinzipiell offene Grenzen. Die andere Seite will die sogenannten „Wirtschaftsflüchtlinge“ nichts ins Land lassen. Worüber aber kaum diskutiert wird: Weshalb fliehen Menschen aus ihren Ländern? Dabei sind viele Fluchtursachen bekannt – und wir, die reichen Länder des Nordens - tragen erhebliche Mitverantwortung.

Auf knapp 300 Seiten beschreibt Georg Auernheimer Fluchtursachen und Fluchtverursacher. Er zeigt, dass die Armutswanderung eine Folge unseres westlichen Politik und Lebensweise ist. Der global entfesselte Kapitalismus/Neoliberalismus und die ihn absichernde Geopolitik schaffen weltweit lebensfeindliche Regionen, die Menschen massenhaft zur Migration zwingen. Durch Strukturanpassungsprogramme und Freihandelsabkommen halten die Industrienationen die sogenannte Dritte Welt in einer wirtschaftlichen Abhängigkeit. Dies geschieht auch im Bündnis mit den jeweiligen Oligarchen/Machthabern. Zu sozialen und ökologischen Verwüstungen, Elend und Perspektivlosigkeit kommt dort noch eine allgegenwärtige Kultur der Gewalt.

Georg Auernheimer: Wie Flüchtlinge gemacht werden. Über Fluchtursachen und Fluchtverursacher; PapyRossa Verlagsgesellschaft 2018; 17,90 Euro


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Jörg Mährle

Jörg Mährle

Jörg Mährle

 

Jörg Mährle arbeitet seit 2000 beim DGB in verschiedenen Funktionen. Seit 12/2017 ist er Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn. Vorher hat er erfolgreich eine kaufmännische Ausbildung in einem Handwerksbetrieb sowie ein Magisterstudium (Politikwissenschaften, Erziehungswissenschaften und Geografie) abgeschlossen. Er wurde 1966 in Kiel geboren.


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