Deutscher Gewerkschaftsbund

30.03.2018

Zuhören, diskutieren und „netzwerken“

In diesem Blog geht es auch darum, Einblick hinter die „Kulisse“ zu geben. Kurz: Womit beschäftigen wir uns? Wie sieht unser Arbeitsalltag aus?

Eine Aufgabe ist in der Öffentlichkeit nicht sichtbar: Netzwerkarbeit - also Kontakt, Kommunikation und Austausch mit Vertreter/innen von Organisationen, Einrichtungen, Gruppen, Parteien, oder Initiativen: Zuhören, Positionen klären und erklären, diskutieren. Alleine in den letzten Tagen fanden vier solcher Treffen statt. Da die Gespräche in der Regel vertraulich sind, kann ich an dieser Stelle keine Details beschreiben sondern nur einen groben Eindruck geben.

Treffen mit Bildungsträger: Der Verein, der ein gutes Angebot für Schüler/innen im Übergang von der Schule in Ausbildung entwickelt hat, steckt in Finanznöten, da sich Förderbedingungen verändert haben. Gemeinsam haben wir überlegt, wie die Finanzlücke geschlossen und das Angebot gerettet werden kann. Am Ende des Gesprächs stand ein „Fahrplan“ mit konkreten Maßnahmen, die das Überleben sichern können.

Treffen mit einem Arbeitgeberverband: Hier ging es vor allem darum, auszuloten, in welchen kommunalen Themenfeldern es gemeinsame Positionen / Interessen gibt. Daraus entwickelte sich sehr schnell eine Diskussion über den politischen Zustand in der Stadt.

Treffen mit dem Vorstand einer Stadtratsfraktion: Als Antrittsbesuch nach meiner Wahl geplant, entwickelte sich schnell eine Diskussion über unsere Position zur Sonntagsöffnung, unsere Ablehnung der Ansiedelung von Amazon und unsere Kritik an der Ausgliederung der Wirtschaftsförderung. Meine Kernbotschaft: Wenn sich die Kölner Gewerkschaften zu einem Thema äußern, haben sie sich vorher eine fundierte Meinung gebildete und Argumente zusammengetragen, die jeder Diskussion standhalten.

Treffen mit weiterem Bildungsträger: Hier ging es vor allem Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose und die Ausschreibungspraxis der Agentur für Arbeit und der Jobcenter. Aus Trägersicht führt die Ausschreibungspraxis und das Controlling der Arbeitsverwaltung zu einer Abwärtsspirale bei den Trägern: Zunahme von befristeter Beschäftigung und Werkverträgen, fehlende längerfristige Planungssicherheit bei den Trägern mit Auswirkungen auf die Qualität der Angebote. Fazit: Spannende Einblicke, die als Hintergrundinformationen für meine Tätigkeit im Verwaltungsausschuss und Jobcenter-Beirat dienen können.

In der nächsten Woche geht es weiter: Gespräche mit einer Arbeitsloseninitiative über Hartz IV und mit einem Vertreter eines Krankenhauses über Probleme im Gesundheitssystem.


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Jörg Mährle

Jörg Mährle

Jörg Mährle

 

Jörg Mährle arbeitet seit 2000 beim DGB in verschiedenen Funktionen. Seit 12/2017 ist er Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn. Vorher hat er erfolgreich eine kaufmännische Ausbildung in einem Handwerksbetrieb sowie ein Magisterstudium (Politikwissenschaften, Erziehungswissenschaften und Geografie) abgeschlossen. Er wurde 1966 in Kiel geboren.


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