Deutscher Gewerkschaftsbund

26.05.2018

Abstiegsängste und Rechtsextremismus

Am 25. Mai hat der DGB Bonn/Rhein-Sieg zusammen mit der Willi-Eichler-Akademie e.V. eine Info-Veranstaltung über herrschende Abstiegsängste durchgeführt. Grundlage war die Studie „Abstiegsängste in Deutschland“, die Prof. Dr. Bettina Kohlrausch im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung verfasst hat.

Zentrales Ergebnis: Abstiegsängste und Verunsicherung nehmen zu.

Außerdem: Menschen mit Abstiegsängsten stimmen eher nationalistischen (und rassistischen) Aussagen zu.

Gründe für Abstiegsängste / Verunsicherung sind: Zunahme von prekärer Beschäftigung und sozialer Spaltung; Verunsicherung durch Globalisierung und Digitalisierung; Gefühl von Ohnmacht, da politische Institutionen in machen Themen machtlos erscheinen.

Dabei sind es aber (statistisch gesehen) nicht diejenigen, die direkt von Armut betroffen sind, die nationalistische Parteien wählen. Offen für nationalistische Töne sind vielmehr Menschen, die Angst haben, in Armut zu geraten oder den sozialen Status zu verlieren.

Für mich ist das kein Wunder! Die neoliberale Politik der vergangen 20 Jahre – Sozialabbau, Hartz IV, Privatisierung von öffentlich-rechtlichen Wohnungen, Deregulierung des Arbeitsmarktes usw.) hat zu einer sozialen Spaltung der Gesellschaft geführt. Die Mitte schrumpft. Die Ränder – ARM und REICH – nehmen zu.

Wer also nachhaltig etwas gegen die AfD machen will, muss damit anfangen, die soziale Spaltung zu überwinden. Außerdem brauchen wir klare Regeln für die Globalisierung und Digitalisierung. Nur so lassen sich die Ängste überwinden.


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Jörg Mährle

Jörg Mährle

Jörg Mährle

 

Jörg Mährle arbeitet seit 2000 beim DGB in verschiedenen Funktionen. Seit 12/2017 ist er Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn. Vorher hat er erfolgreich eine kaufmännische Ausbildung in einem Handwerksbetrieb sowie ein Magisterstudium (Politikwissenschaften, Erziehungswissenschaften und Geografie) abgeschlossen. Er wurde 1966 in Kiel geboren.


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