Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 011/17 - 29.03.2017
DGB: Die Versorgung ist in Gefahr

NRW-Appell für mehr Krankenhauspersonal

„Die Krankenhäuser brauchen mehr Personal! Es darf nicht sein, dass die Menschen, die dafür sorgen sollen, dass Patienten im Krankenhaus gesund werden, dabei selber erkranken. Und dass Patienten und Angehörige befürchten müssen, im Krankenhaus nicht ausreichend versorgt zu werden“, findet Bernd Weede, Vorsitzender des DGB Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg.

Landesweit fehlen in den Krankenhäusern nach Gewerkschaftsberechnungen 35.000 Stellen, das ist jeder fünfte Arbeitsplatz in einer Klinik.

Arno Appelhoff, Gewerkschaftssekretär bei ver.di NRW-Süd im Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen erläutert: „In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis haben wir rund 16 Krankenhäuser, in denen ca. 16.000 Beschäftigte arbeiten. Nach unserer Berechnung fehlen hier über 3.000 Stellen, knapp 40% davon in der Pflege. Neben dem fehlenden medizinischen Personal und den Pflegekräften fehlt es in den Kliniken an Reinigungspersonal. Mangelnde Hygiene hat dramatische Folgen. In ganz Deutschland sterben jährlich rund 30.000 Menschen an Krankenhauskeimen. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene geht davon aus, dass mehr als ein Drittel dieser Todesfälle durch mehr Reinigungspersonal zu vermeiden wären.“

Die Gewerkschaft ver.di fordert daher eine gesetzliche Personalbemessung. „Als DGB-Kreisverband unterstützen wir diese Forderung. Wir brauchen eine bessere Krankenhausversorgung ohne Gesundheitsschäden für die Beschäftigten, mehr qualifiziertes Personal und eine gesetzliche Personalbemessung – und das so schnell wie möglich“, fordert Weede. „Deshalb habe ich den NRW-Appell für mehr Krankenhauspersonal unterschrieben und hoffe, dass viele Menschen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis es mir nach machen. Wir fordern damit die Politik zum Handeln für eine gesetzliche Personalbemessung bei ausreichender Refinanzierung auf!“

Weede kündigt an, bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der Region Bonn/Rhein-Sieg intensiv für eine Beteiligung am NRW-Appell zu werben.

Die gesammelten Unterschriften werden an den Bundesgesundheitsminister übergeben.

NRW-Appell zum Download und weitere Informationen: http://koeln-bonn.dgb.de/-/Qco  
Außerdem kann der Appell auch online unterschrieben werden: https://surveys.verdi.de/index.php?r=survey/index&sid=463161&newtest=Y

Wie erleben die Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken die Situation? Wir haben in unserem „Nachgefragt“ mit Dorothee Solbach gesprochen. Dorothee Solbach arbeitet in einem Bonner Krankenhaus. Sie ist ver.di-Mitglied und in der AG Entlastung von ver.di NRW-Süd aktiv. Hier geht's zum "Nachgefragt": https://koeln-bonn.dgb.de/-/B6S

 


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16.03.2005
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