Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 037/18 - 18.07.2018
Mobilität und Verkehrsinfrastruktur:

„Wir haben keine Kenntnisprobleme – wir haben Umsetzungsprobleme“

DGB veröffentlicht Interviews mit Kommunalpolitiker/innen

Als Modellstadt „Lead City“ will die Bundesstadt Bonn mit drei Maßnahmenpaketen die Verbesserung der Luftqualität erreichen. Der Bonner Stadtrat beschloss am 10. Juli 2018, dass die Projekte nach verbindlichen Förderzusagen so schnell wie möglich umgesetzt werden.

„Das ist richtig so“, erklärt Bernd Weede, Vorsitzender des DGB-Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg und ergänzt: „Wir können es uns nicht mehr leisten, Maßnahmen in der Verkehrsinfrastruktur weiter auf die lange Bank zu schieben. Wir begrüßen sowohl das 365-Euro-Jahresticket als auch die Taktverdichtung und die Angebotsverbesserung im ÖPNV. Besonders gespannt sind wir auf die Umsetzung der Pläne zum Betrieblichen Mobilitätsmanagement. Wir finden es außerdem richtig, dass die Stadt Bonn im Schulterschluss mit dem Rhein-Sieg-Kreis agiert und das Zukunftsnetz Mobilität beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg einbezogen ist.“

Rainer Bohnet, stellvertretender Kreisvorsitzender des DGB in Bonn/Rhein-Sieg und Verkehrsexperte ergänzt: „Das sind wichtige Schritte, die gegangen werden müssen. Aber wir haben weiterhin viel zu tun, wie unser Positionspapier ‚Die Mobilität der Zukunft beginnt jetzt‘ aus September 2017 zeigt. Die Mobilität der Zukunft erfordert einen neuen Verkehrsmix. Eine gute Anbindung an den ÖPNV oder eine bessere Fahrradinfrastruktur sind wichtige Faktoren, um auch in Zukunft für Fachkräfte attraktiv zu sein. Ein vollständiger Verzicht auf Lastwagen, Transporter oder PKW ist für eine wachsende Region keine Option. Wir sehen in einem Ausbau der Logistik-Infrastruktur eine zentrale Aufgabe, um die regionale Wirtschaft zu stärken und Beschäftigungsaufbau zu ermöglichen."

Da die notwendige Mobilitätswende durch kommunalpolitische Beschlüsse begleitet werden muss, hat der DGB-Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg Kommunalpolitiker/innen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis um ihre Einschätzung zur aktuellen Situation und den gewerkschaftlichen Forderungen gebeten. Oliver Krauß, Gabi Mayer, Bert Moll, Dietmar Tendler und Frank Thomas haben den Fragenkatalog ausführlich beantwortet. Für Bernd Weede ist nach der Lektüre und der Veranstaltung im letzten Jahr endgültig klar: „Wir haben in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis keine Kenntnisprobleme. Alle Akteure wissen sehr genau, welche Maßnahmen notwendig sind, um die Stadt und den Kreis zukunftssicher aufzustellen und die Defizite zu beheben. Wir haben ein Umsetzungsproblem! Dieses muss nun behoben werden.“


Hinweis: Sollten weitere Antworten eingehen, werden diese unter oben genannten Link ergänzt.

Fragenkatalog: 1) Was sind aus Ihrer Sicht die zentralen Projekte und Maßnahmen im Feld der Verkehrsinfrastruktur und Mobilität in der Region Bonn/Rhein-Sieg? 2) Welche Maßnahmen müssen kurzfristig umgesetzt werden und wo sehen Sie den dringendsten Handlungsbedarf? 3) Die DGB-Gewerkschaften haben sich positioniert. Welche Positionen unterstützen sie? Wo besteht Dissens? – Interviews: https://koeln-bonn.dgb.de/-/RZA  

Dossier „Mobilität in Bonn/Rhein-Sieg“: http://koeln-bonn.dgb.de/-/Ej9
Positionspapier „Mobilität und Verkehrsinfrastruktur in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis - Die Mobilität der Zukunft beginnt jetzt“ (September 2017): http://koeln-bonn.dgb.de/-/EXV 


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Mobilität und Verkehrsinfrastruktur in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis

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