Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 041/18 - 03.08.2018
Day Orange in Köln und Bonn

DGB: „Humanität hinter Stacheldraht kann es nicht geben“

Am 4. August findet in vielen Städten – auch in Köln und Bonn - der „Day Orange“ statt, um an das Sterben im Mittelmeer zu erinnern und eine Änderung bei der Asyl- und Zuwanderungspolitik zu fordern. Orange steht dabei für die Farbe der Schwimmwesten, die Flüchtende vor dem Ertrinken retten sollen.

Der DGB beteiligt sich am „Day Orange“ und setzt mit einem ‚orangenem Band‘ an den Gewerkschaftshäusern in Köln und Bonn ein Zeichen der Solidarität. Gleichzeitig fordert er die Bundesregierung auf, endlich die Fluchtursachen zu bekämpfen.

Hierzu Jörg Mährle, Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn:

„Abschreckung, Mauern oder Stacheldraht werden das Sterben im Mittelmeer nicht verhindern. Die Menschen fliehen vor Krieg, Diskriminierung, Verfolgung, Armut und Umweltkatastrophen. Sie setzen ihr Leben und das Leben ihrer Kinder auf‘s Spiel, selbst wenn die Chance auf Rettung gering ist. Hier von ‚Asyltourismus‘ zu sprechen und Seenotrettung zu kriminalisieren, ist menschenverachtend.

Die aktuelle Asyldebatte lenkt außerdem davon ab, dass wir, die reichen Industriestaaten, mit unserer Außen-, Sicherheits-, Wirtschafts- und Finanzpolitik mitverantwortlich sind für Fluchtursachen. Populistische Scheinlösungen helfen nicht weiter.

Notwendig ist eine nachhaltige Bekämpfung von Fluchtursachen, zum Beispiel durch einen fairen Welthandel und eine gerechtere Verteilung des weltweiten Reichtums, durch soziale und ökologische Entwicklungs- und Klimaschutzprojekte, durch eine starke Reglementierung von Waffenexporten sowie eine Reduzierung von Rüstungsausgaben.

Solange die wirklichen Fluchtursachen nicht bekämpft werden, bleiben der Migrationsdruck bestehen und die Seenotrettung eine humanitäre Verpflichtung. Denn: Humanität hinter Stacheldraht kann es nicht geben.“

Pressebild DGB-Haus Köln

DGB Köln-Bonn

Pressebild DGB-Haus Bonn

DGB Köln-Bonn


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Dieser Artikel gehört zum Dossier:

Fluchtursachen bekämpfen - nicht Flüchtende!

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