Deutscher Gewerkschaftsbund

PM DGB NRW - 28.05.2018
Anja Weber zu 25 Jahre Brandanschlag in Solingen

Gedenken und Mahnung zugleich

Morgen jährt sich zum 25. Mal der Brandanschlag von Solingen. Dazu erklärt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW:

„Fünf Menschen wurden vor 25 Jahren Opfer eines feigen, durch grenzenlosen Hass und Rassismus motivierten Brandanschlag. Er war der schreckliche Höhepunkt einer Reihe von Anschlägen und Übergriffen Anfang der 90er Jahre, die sich gegen Menschen anderer Herkunft und unsere demokratische, tolerante und friedliche Gesellschaft insgesamt richteten. Der 29. Mai ist deshalb für die Gewerkschaften ein Tag des Gedenkens und der Mahnung zugleich: Wir müssen uns unermüdlich stark machen gegen Ausgrenzung, Rassismus und Gewalt und aktiv eintreten für ein weltoffenes und tolerantes Miteinander. Demokratie ist kein Zuschauersport, es braucht selbstbewusste Bürgerinnen und Bürger, die jeden Tag für sie einstehen.

Das ist heute leider genauso aktuell wie 1993. Wir erleben erneut eine Polarisierung unserer Gesellschaft, Populisten schüren Ängste gegen Geflüchtete, Muslime und Andersdenkende. Dabei sollte die grausame Tat von Solingen uns daran erinnern, wie schnell aus Worten Taten folgen können. Ängste sollte man ernst nehmen, Rassismus aber gilt es, konsequent und mit klarer Haltung zu begegnen. Die Gewerkschaften sind überzeugt, dass Solidarität und Zusammenhalt Voraussetzungen für eine gute Zukunft in Deutschland und in Europa sind.

Der Anschlag von Solingen zeigt uns auch, dass repressive Politik, die die Forderungen der Rechten aufgreift, nicht gegen Rassismus und Ausgrenzung wirkt. Sie verstärkt sie viel mehr und gibt denen Aufrieb, die Ressentiments schüren und Spaltung vorantreiben. Schließlich ereignete sich der Anschlag nur drei Tage nach Einschränkung des Asylrechts.“

Der DGB NRW nimmt den 25. Jahrestag des Brandanschlages zum Anlass, gemeinsam mit dem Landesintegrationsrat eine gemeinsame Veranstaltung durchzuführen.

Quelle: DGB NRW


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