Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 028/16 - 18.05.2016
Schlechte Chancen für junge Menschen ohne Ausbildung

DGB fordert Durchhalteprämie für Langzeitarbeitslose

Die Beschäftigungschancen von jüngeren Arbeitslosen zwischen 25 und 34 Jahren, die über keine Berufsausbildung verfügen, haben sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Das geht aus Zahlen der Agentur für Arbeit (BA) hervor, die dem DGB NRW exklusiv vorliegen. „Die gute konjunkturelle Entwicklung und der Anstieg an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen geht an dieser Gruppe leider vorbei“, erklärt Siegfried Dörr, DGB Vorsitzender im Rhein-Erft-Kreis. „Sie sind die Verlierer auf dem Arbeitsmarkt.“

So ist die Zahl der jüngeren Arbeitslosen ohne Ausbildung im Agenturbezirk Brühl seit 2013 von 3.348 auf 3.510 im Jahr 2015 gestiegen. Besonders auffällig ist der erhebliche Anstieg im Hartz IV System. Inzwischen sind 3.190 Jüngere im Sozialhilfesystem registriert, nur 320 werden von der Arbeitslosenversicherung betreut.

„Das ist nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für unsere Sozialsysteme eine erschütternde Bilanz“, kommentiert Siegfried Dörr. Nur durch mehr Ausbildung und Qualifizierung könne den jungen Menschen geholfen werden. „Hier muss das Land steuernd eingreifen. Die Eingliederungsmittel der Jobcenter müssen aufgestockt und zielgerichteter für Ausbildung eingesetzt werden.“

Zudem fordere der DGB eine Prämie als zusätzliche Motivation, eine zwei- oder dreijährige Ausbildung durchzuhalten. „Wir haben häufig mit dem Problem zu kämpfen, dass Jugendliche eine oder mehrere Lehren abbrechen und am Ende ohne Berufsausbildung dastehen. Eine Prämie von 100 Euro für jeden durchgehaltenen Monat in der Ausbildung kommt dem Staat wesentlich günstiger zu stehen, als eine lebenslange Hartz IV-Karriere.“  

Eine solche Prämie habe etwa in Thüringen bei jugendlichen Langzeitarbeitslosen gute Erfolge gezeigt. Die Finanzierung müsse das Land Nordrhein-Westfalen übernehmen.


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