Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 019/18 - 15.03.2018
Equal Pay Day

Ungerechtigkeit hat ein Datum: 18. März

Lohnlücke zwischen Männern und Frauen stagniert / Region Köln-Bonn ist besonders betroffen / Aufwertung von Sozial-, Erziehungs- und Pflegeberufen notwendig

Frauen verdienen im Durchschnitt 21% weniger als Männer. Ein Grund sind die so­ge­nannten „frauendominierten“ Berufe, z.B. Sozial-, Erziehungs- und Pflegeberufe. Hier werden geringere Löhne gezahlt als im gewerblichen oder technischen Bereich. Hinzu kommt, dass Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert sind. Außerdem arbeiten sie häufiger in Teilzeit. Der Equal Pay Day - in diesem Jahr der 18. März - markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. 

Jörg Mährle, Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn: „In den vergangenen Jahren hat sich die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen kaum verringert. Damit ist Deutschland weiter Schlusslicht im europäischen Vergleich. Nur in Estland, Österreich und der Tschechischen Republik ist das Gehaltsgefälle noch größer.“

Der Gehaltsunterschied bleibt auch bestehen, wenn man nur die Vollzeitstellen be­rück­sichtigt. Hier liegt die Lohnlücke bundesweit immer noch bei 14,2%. Zwischen den Städten und Kreisen der Region Köln-Bonn zeigen sich erhebliche Unterschiede. Negativer Spitzen­reiter ist der Oberbergische Kreis mit 20,9%. Es folgen die Stadt Leverkusen mit 20,8%, der Rhein-Erft-Kreis mit 17,6%, die Stadt Bonn mir 17,1%, die Stadt Köln mit 15,8% und der Rhein-Sieg-Kreis mit 14,7%. Nur der Rheinisch-Bergische Kreis liegt mit 13,2% unter dem Bundesdurchschnitt.

Ein Grund für die überdurchschnittliche Lohnlücke in der Region sieht der Gewerkschafter im vergleichsweise hohen Anteil von gut bezahlten industriellen und industrienahen Arbeitsplätzen, die überwiegend von Männern besetzt werden und einem ebenfalls hohen Anteil von geringer bezahlten „frauendominierten“ Berufen.

„Die Lohnlücke lässt sich nur mit einer deutlichen Aufwertung von Sozial-, Erziehungs- und Pflegeberufen schließen. Hier wird wichtige Arbeit geleistet, die für die Gesellschaft und das Zusammenleben unverzichtbar ist. Allerdings entspricht die Gehaltsstruktur nicht der Verantwortung und gesellschaftlichen Bedeutung, die diese anstrengenden und heraus­fordern­den Berufe haben“, findet Jörg Mährle.


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Blog mit Einblicken in gewerkschaftliche Themen und die Arbeit der DGB-Region Köln-Bonn, die nicht in offiziellen Pressemitteilungen oder Positionspapieren zu finden sind. Von Jörg Mährle, Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn