Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 012/18 - 28.02.2018
Appell des DGB Köln an Arbeitnehmer angesichts Grippewelle

„Bleibt zu Hause - kuriert Euch aus“

Der Kölner DGB appelliert angesichts der anhaltenden Grippewelle dringend an die Beschäftige. Witich Roßmann: „Bleibt zu Haus – kuriert Euch aus! Krank zur Arbeit kommen ist unsinnig. Kollegen und Kolleginnen werden angesteckt. Mangelnde Konzentration und Energie kranker Arbeitnehmer führt zu Fehlern, mindert Qualität und löst nur später Kosten für Nacharbeit etc. aus. Und vor allem: Verschleppte Krankheiten können ernsthafte Erkrankungen auslösen.“ 

In vielen Kölner Betrieben reagieren Chefs und Mitarbeiter/innen in diesem Sinne gesundheitsbewusst. Arbeitnehmer melden sich rechtzeitig krank, kümmern sich um Ersatz und Lösungen für Termine. Vernünftige Chefs schicken kranke Mitarbeiter nach Hause. Aber der Kölner DGB ist über einen anderen Trend hoch besorgt:

Witich Roßmann: „Nach repräsentativen Studien des DGB kommen 2/3 aller Arbeitnehmer jährlich krank zur Arbeit, 46% sogar länger als eine Woche. Das ist nicht gesund.“

Dahinter stecken ernsthafte Probleme der modernen Arbeitswelt:

Witich Roßmann: „Bei immer mehr Arbeitsplätzen bleibt die Arbeit liegen, wenn Mitarbeiter/innen krank ausfallen. Sie selber müssen nacharbeiten, aufarbeiten, obwohl der normale Arbeitstag schon intensiv genug ist. Immer mehr qualifizierte Spezialisten können nicht einfach ersetzt werden. Enge Terminvorgaben, streng befristete Projekte, hohe Konventionalstrafen bei Terminüberschreitung, mangelnde Personalbemessung und Personalreserven, aber auch hohes Verantwortungsbewusstsein von Arbeitnehmern für ihre Teams, ihre Kunden führt zu diesem sogenannten „Präsentismus“: Auch krank zur Arbeit zu kommen.

Besonders stark ausgeprägt ist der Präsentismus bei prekären Arbeitsverhältnissen, wie Befristungen, Leiharbeit. Es ist die pure Angst, nicht übernommen zu werden, die Beschäftigte zu diesem ungesunden Arbeiten trotz Krankheit veranlassen. 

Weitere statistische Ergebnisse der DGB Befragungen zum Index gute Arbeit unter: https://index-gute-arbeit.dgb.de/ 
 

Ansprechpartner:
DGB Köln-Bonn, Hans-Böckler-Platz 1, 50672 Köln, 0221/ 500032-0, koeln@dgb.de

 

 

 


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Blog mit Einblicken in gewerkschaftliche Themen und die Arbeit der DGB-Region Köln-Bonn, die nicht in offiziellen Pressemitteilungen oder Positionspapieren zu finden sind. Von Jörg Mährle, Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn