Deutscher Gewerkschaftsbund

PM ver.di K-B-L - 29.06.2018
Tarifverhandlung abgebrochen

Flughafen Köln/Bonn spielt mit der Existenz von 154 Beschäftigten

Am 28. Juni 2018 haben sich die Arbeitgebervertreter der Flughafen Köln/Bonn GmbH (FKB) und die ver.di Tarifkommission getroffen, um eine nachhaltige Lösung für die Tarifierung der Bodenverkehrsdienste des FKB (BVD) zu schaffen. Diskutiert wurde u.a. eine Absenkung des Tarifniveaus für Neubeschäftigte. Im Gegenzug wären Ausgründungen, Outsourcing und drohende betriebsbedingte Kündigungen für die Bestandsbeschäftigten ausgeschlossen gewesen. Eine abschließende Einigung konnte nicht erzielt werden. Die Arbeitgeberseite hat die Verhandlungen abgebrochen. ver.di sieht die BVD nun im Bestand gefährdet.

Die Flughafengeschäftsführung hatte zuletzt im Dezember 2017 ein Angebot vorgelegt, um mit verschiedenen Maßnahmen angeblich bestehende Finanzierungslücken zu schließen. Schon zu Beginn des Tarifgesprächs erklärte die Arbeitgeberseite überraschend, dass die von ver.di vorgelegten Einsparungsangebote nicht ausreichen würden und selbst das Arbeitgeberangebot unzureichend sei! „Dieses Vorgehen deutet darauf hin, dass es der Geschäftsführung nicht um eine langfristige Lösung für die BVD geht. Ihr ist die Zukunft der 154 befristet Beschäftigten und Leiharbeitnehmer scheinbar egal. Es ist zu vermuten, dass die Geschäftsführung weiterhin das Ziel der Ausgründung der BVD in eine tariflose Tochtergesellschaft verfolgt. Mit uns nicht. Dieses Vorhaben werden wir mit aller Kraft verhindern“, erklärt die zuständige Gewerkschaftssekretärin Frauke Bendokat.

Als Lösung schlägt ver.di weiterhin vor, die Finanzierungslücke durch einen solidarischen Beitrag aller Beschäftigten zu schließen. Dazu erklärt der ver.di Bezirksgeschäftsführer Daniel Kolle: „Wir wollen Arbeitsplätz zu fairen Lohn- und Arbeitsbedingungen sichern. Ein solidarischer Beitrag aller Beschäftigten und insbesondere der Führungskräfte ist in Zeiten steigender Erwerbs- und Altersarmut geboten. Anstatt die Belegschaft im BVD mit unausgewogenen Lohnkürzungen oder Ausgründungen zu spalten, sollten jetzt alle solidarisch zusammenstehen.“

Ein Wirtschaftsprüfer hat die Zahlen der Geschäftsführung bereits letztes Jahr geprüft. Nach der Prüfung steht fest, dass das Defizit im BVD deutlich geringer ist, als von der Geschäftsführung behauptet. Den dennoch erheblichen Finanzierungsbedarf wollten ver.di und die Geschäftsführung zur Hälfte über tarifliche Maßnahmen kompensieren. Der andere Teil würde über betriebliche Maßnahmen, die mit dem Betriebsrat vereinbart werden müssen, erbracht.

„Wir haben einen Vorschlag gemacht, wie der tarifliche Beitrag realisiert werden kann. Jetzt sind Betriebsrat und Geschäftsführung am Zug und müssen ihr Maßnahmenpaket auf den Tisch legen. Mit der unbefristeten Übernahme der 154 Beschäftigten muss die Geschäftsführung ihren Worten erst Taten folgen lassen. Kommt die Arbeitgeberseite zur Vernunft, steht einer langfristigen Lösung nichts im Wege“, so Bendokat abschließend.

Quelle: ver.di Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen,
Ansprechpartnerin: Frauke Bendokat


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