Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 007/17 - 08.03.2017

Gesetzliche Rente: Bonner Männer Schlusslicht in NRW

„903,71 Euro ist die durchschnittliche Rentenhöhe von Männern in Bonn, die 2015 zum ersten Mal die gesetzliche Rente bezogen. Damit ist Bonn absolutes Schlusslicht im Städtevergleich in NRW“, erklärt Bernd Weede, ehrenamtlicher Vorsitzender des DGB-Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg. Der NRW-Durchschnitt liegt bei 1.092,45 Euro. Die gesetzlichen Renten für Männer im Rhein-Sieg-Kreis rangieren mit einer durchschnittlichen Rente von 1.111,67 Euro über dem NRW-Schnitt. Nicht erfasst in den Daten sind Beamtinnen, Beamte und Selbstständige.

Die Rentensituation der Frauen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis sahen dagegen anders aus: Die Bonnerinnen, die im gleichen Jahr erstmalig die gesetzliche Rente bezogen, liegen mit einer durchschnittlichen Rentenhöhe von 656,80 Euro zwar sehr deutlich hinter den Männern, rangieren aber im landesweiten Vergleich bei der gesetzlichen Rente der Frauen im oberen Drittel (NRW; Durchschnitt. 574,77 Euro). Im Rhein-Sieg-Kreis kommen die Frauen auf eine durchschnittliche gesetzliche Rentenhöhe von 614,38 Euro. „Das reicht einfach nicht aus“, findet Weede. „Rente muss zum Leben reichen.“

Schuld an der prekären Situation der Beziehenden der gesetzlichen Rente, ist vor allem das ständig sinkende Rentenniveau. „Schon jetzt liegt der Rentenanspruch bei nur noch 47,5 Prozent des Nettolohns“, erklärt Weede. „Sinkt das Rentenniveau weiter, wird es für Durchschnittsverdienende schwierig, ihren gewohnten Lebensstandard auch nur annähernd aufrechtzuerhalten. Geringverdienende laufen sogar Gefahr nur Rentenansprüche zu erwirtschaften, die unterhalb der staatlichen Grundsicherung liegen“, so Weede. Klar sei deshalb: „Prekäre Arbeitsverhältnisse müssen konsequent zurückgedrängt werden, denn sichere und fair bezahlte Arbeit ist das beste Mittel gegen Altersarmut.“

Altersarmut ist vor allem weiblich. Bei den Frauen ist insbesondere der Umfang der Erwerbstätigkeit für die Rentenhöhe entscheidend. „Deshalb muss die Bundesregierung sich darum kümmern, dass Minijobs ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig werden und dass zügig ein gesetzliches Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit beschlossen wird“, fordert der Kreisvorstandsvorsitzende und erklärt: „Wir bekommen ein massives Rentenproblem, wenn wir nicht zügig und konsequent gegensteuern. Der Trend ist eindeutig: Die Menschen müssen immer länger arbeiten und haben dennoch geringere Rentenansprüche.“ Für den DGB sei klar: „Wir fordern mit unserer aktuellen Kampagne einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Daran werden sich alle Parteien vor und nach der Bundestagswahl 2017 messen lassen müssen. Statt den Sinkflug bei der Rente fortzusetzen, müssen wir das gesetzliche Rentenniveau stabilisieren und das Rentenniveau langfristig wieder deutlich erhöhen.“

Zur Information: Die verwendeten Zahlen stammen von der Deutschen Rentenversicherung. Den aktuellen Rentenreport des DGB NRW und Grafiken zum Herunterladen finden Sie unter: nrw.dgb.de/rentenreport
DGB-Rentenkampagne: http://rente-muss-reichen.de 
Renten-Dossier des DGB Köln-Bonn: http://koeln-bonn.dgb.de/-/Qyr


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