Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 017/18 - 15.03.2018

Betriebsrat: Wählen und mitbestimmen!

Gewerkschaften in Bonn/Rhein-Sieg rufen zur Betriebsratswahl auf / Rund 160.000 Wahlberechtigte in Bonn/Rhein-Sieg können wählen / Betriebe mit Betriebsrat bieten häufig bessere Arbeitsbedingungen

Die Betriebsratswahlen laufen. Bis zum 31. Mai wählen die Beschäftigten in zehntausenden Betrieben ihre Vertreterinnen und Vertreter in den Betriebsrat. Dieser vertritt die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber – und sorgt für Mitbestimmung und Demokratie im Betrieb. Auch in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sind die Beschäftigten aufgerufen, ihre Vertretungen im Betrieb zu wählen.

Bernd Weede, Vorsitzender des DGB Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg und selber Betriebsrat, nennt Betriebsratswahlen einen Pfeiler der Demokratie und der sozialen Marktwirtschaft: „Ob Arbeitsschutzgesetze, Arbeitszeitregelungen, Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen: Betriebsräte achten darauf, dass sie umgesetzt werden und setzen sich für die Beschäftigten ein. Sie stehen für Solidarität, Demokratie – und für Kampfgeist. Die Betriebsräte sind die demokratisch legitimierten Vertretungen der Beschäftigten. Ich hoffe, dass möglichst viele Kolleginnen und Kollegen von ihrem demokratischen Recht Gebrauch machen.“

Für Rebecca Munko, Gewerkschaftssekretärin für den Fachbereich TK/IT der Gewerkschaft ver.di ist die Mitbestimmung „ein Instrument der innerbetrieblichen Demokratie, das nicht hoch genug geschätzt werden kann. Mit der Digitalisierung müssen Beschäftigte zunehmend mehr Verantwortung tragen, daher sind starke Betriebsräte unabdingbar, die sich für solide Betriebsvereinbarungen etc. im Betrieb stark machen und diese auch umsetzen. Die Mitbestimmung ist der zentrale Baustein für die Zukunft der modernen Arbeitsgesellschaft.“

In Bonn/Rhein-Sieg sind rund 160.000 Beschäftigte über alle Branchen wahlberechtigt. Davon betreut die IG Metall alleine rund 700 Betriebsräte in 117 Betrieben mit rund 20.000 Beschäftigten. „Insgesamt konnten in der Region und Metall-Branche in den letzten vier Jahren in 15 Betrieben neue Betriebsräte gewählt werden. Für die anstehenden Betriebsratswahlen sind über 106 Wahlvorstände qualifiziert worden“, berichtet Michael Korsmeier, Geschäftsführer und 1. Bevollmächtigter der IG Metall Bonn-Rhein-Sieg. „Es melden sich mehr Interessierte für die Tätigkeit als Interessensvertreter/innen im Betrieb, als in den letzten Jahren. Das ist sehr erfreulich. Betriebsräte sorgen für bessere Arbeitsbedingungen und sichere Arbeitsplätze. Mit ihnen steigt die Wahrscheinlichkeit um 16 Prozent, dass es familienfreundliche flexible Arbeitszeiten gibt. In Betrieben mit Betriebsrat können 74,8 Prozent der Beschäftigten ihren Anspruch auf Urlaub voll ausschöpfen; in Betrieben ohne Betriebsrat sind es nur 63,6 Prozent. Auch die Entgelte liegen in Betrieben mit Betriebsrat rund zehn Prozent höher als dort, wo es keine Betriebsräte gibt“, so Korsmeier weiter.

Im Zuständigkeitsbereich der IG BCE in der Region Köln-Bonn wählen knapp 38.000 Beschäftigte in über 140 Betrieben insgesamt rund 800 Betriebsräte. Bei der letzten Wahl lag die Wahlbeteiligung insgesamt bei knapp 78 Prozent.
Für Helge Herrwegen, Gewerkschaftssekretär im IG BCE – Bezirk Köln-Bonn, ist eine hohe Wahlbeteiligung wichtig „damit die Betriebsräte ihre wichtige Arbeit mit großer Legitimation durch die Beschäftigten ausüben können. Ob Arbeitszeit, Urlaubsplanung, Gesundheitsschutz oder Arbeitsorganisation – hier stellen sich immer wieder schwierige Themen und Fragen, die der Betriebsrat nur mit einer großen Rückendeckung aus der Belegschaft erfolgreich aus Arbeitnehmersicht gestalten kann.“

Wer in seinem Betrieb aktiv eine Interessensvertretung gründen möchte, bekommt Unterstützung und Beratung bei der jeweiligen Branchengewerkschaft. Betriebsräte können in Betrieben mit mindestens fünf wahlberechtigten Arbeitnehmenden gegründet werden. Wahlberechtigt sind nicht nur die Vollzeitbeschäftigten, sondern auch volljährige Auszubildende, Praktikanten sowie befristet oder teilzeitig Beschäftigte und Aushilfen. Der Arbeitgeber darf die Wahl nicht behindern. Bei Problemen hilft die zuständige Gewerkschaft. Anfragen können vertraulich an die DGB-Geschäftsstelle in Köln gerichtet werden unter 0221-500032-0 oder Koeln@DGB.de.


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Blog mit Einblicken in gewerkschaftliche Themen und die Arbeit der DGB-Region Köln-Bonn, die nicht in offiziellen Pressemitteilungen oder Positionspapieren zu finden sind. Von Jörg Mährle, Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn