Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 008/18 - 14.02.2018

Bonn soll modellhaft kostenlosen öffentlichen Nahverkehr testen

DGB: Innovativer Ansatz mit vielen offenen Fragen

Im Kampf gegen die Grenzüberschreitung bei Stickoxiden in vielen deutschen Großstädten und um Fahrverbote für Dieselfahrzeuge abzuwenden, schlägt die Bundesregierung weitreichende Maßnahmen vor.
Im Gespräch ist unter anderem, den öffentlichen Nahverkehr kostenlos zu machen. Unter den fünf deutschen Städten, die dies modellhaft testen sollen, wird auch die Bundesstadt Bonn genannt.

Bernd Weede, DGB-Kreisvorsitzender Bonn/Rhein-Sieg, erklärt: „Grundsätzlich entspricht dieser innovative Ansatz unserer Position, den ÖPNV attraktiver zu machen. Gerade in Erwartung eines höheren Verkehrschaos durch die anstehende Großbaustelle in den nächsten Jahren, kann dies zu einer erheblichen Entlastung der Straße beitragen.“

„Aber es gibt auch viele Fragen, die noch zu klären sind“, ergänzt Rainer Bohnet, stellvertretender Vorsitzender des DGB in Bonn/Rhein-Sieg und Vertreter der EVG im Vorstand. „Zur Verwirklichung des Vorschlags muss neben der Finanzierung des laufenden Betriebs auch die Anschubfinanzierung für neue Busse und Bahnen gesichert sein. Wer zahlt sie? Wie soll der Plan im Verkehrsverbund umgesetzt werden, zu dem auch die umliegenden Städte und Kreise gehören? Denn vielen Pendlerinnen und Pendlern aus und nach Bonn ist nicht damit gedient, dass sie nur innerhalb der Stadtgrenze kostenlos fahren können.“ Der DGB sieht grundlegende Probleme: „Es wurde jahrelang versäumt, in den ÖPNV ausreichend und mit Weitblick zu investieren. Die Auslastung ist heute schon sehr hoch. Überfüllte Bahnen, Verspätungen, fehlende Anbindung usw. sind kein Anreiz, um vom Auto in Bus und Bahn umzusteigen. Dafür braucht es ein leistungsfähiges und attraktives Angebot“, so Bohnet.

„Die für Bonn geplanten Verkehrsprojekte wie die Seilbahn, die Elektrifizierung der Voreifelbahn, der Bau einer linksrheinischen S-Bahn zwischen Köln und Bonn, der rechtsrheinischen Rheinuferbahn sowie die Umstellung der Busflotte der Stadtwerke Bonn (SWB) auf Elektroantrieb, müssen zeitgleich forciert werden“, macht Bohnet in Richtung Land NRW und Bundesregierung deutlich.

Weede konstatiert: „Trotz der vielen offenen Fragen stecken in den Plänen große Chancen: Neben den Umweltgesichtspunkten kann ein kostenloser ÖPNV dazu beitragen, die Stadtzentren zu stärken und Bürgerinnen und Bürger finanziell zu entlasten. Deshalb sind wir sehr gespannt auf die konkreten Pläne des Bundes, wie das Vorhaben umgesetzt werden soll.“


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Blog mit Einblicken in gewerkschaftliche Themen und die Arbeit der DGB-Region Köln-Bonn, die nicht in offiziellen Pressemitteilungen oder Positionspapieren zu finden sind. Von Jörg Mährle, Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn