Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 044/17 - 08.11.2017
Terminhinweis: 11.11.2017

Mahnwache in Bergisch Gladbach: Erinnern und Handeln!

Seit 27 Jahren erinnert in Bergisch Gladbach eine Mahnwache an die Reichspogrom­nacht vom 9. November 1938, als in vielen deutschen Städten Synagogen und jüdische Geschäfte in Brand ge­steckt wurden. „Der 9. November 1938 ist ein historischer Wendepunkt. Er markiert den Über­gang von der Diskriminierung der deutschen Juden hin zur systematischen Verfolgung und in­dustriellen Ver­nichtung“, so Reimund Smollen, Sprecher des DGB im Rheinisch-Bergischen Kreis, „Was mit hasserfüllten Worten begann, endete in einer rassistischen Massenvernichtung.“

Getragen wird die Gedenkveranstaltung vom VVN-BdA, Schüler/innen der IGP und dem DGB im Rheinisch-Bergischen Kreis. Sie findet traditionell in der Nähe des ehemaligen Stellawerks statt. Das Werk wurde 1933 von der SA als „wildes“ Konzentrationslager genutzt, in dem Op­po­si­tio­nelle und Juden gefoltert und bis zum Abtransport in ein Todeslager gefangen gehalten wurden.

Der 9. November ist nach Auffassung des DGB aber auch eine Mahnung für die Gegenwart, denn Antisemitismus, Aus­länderfeindlichkeit und Rechtsextremismus sind noch lange nicht über­wunden. „Rechtspopulistische Parteien schüren Ängste, streuen Vorurteile und verbreiten Hass“, so Jörg Mährle, Gewerkschaftssekretär beim DGB Köln-Bonn, „Sie finden vor allem bei den Menschen Wiederhall, die unzufrieden mit der politischen Entwicklung sind, Angst vor der Zukunft haben und sich persönlich zurückgesetzt fühlen. Der beste Schutz vor Rechtspopulismus und Rassismus ist mehr soziale Gerechtigkeit. Dazu gehören vor allem gute Arbeitsbedingungen, bezahlbarer Wohnraum, Steuergerechtigkeit und Chancen­gleichheit. Die künftige Bundesregierung ist hier besonders gefordert.“

Die Mahnwache findet in diesem Jahr am Samstag, dem 11. November 2017, von 11:00 Uhr bis ca. 12:00 Uhr, auf dem Gelände der Kirche St. Joseph, statt. Die Kirchengemeinde hat den Platz dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Im Anschluss erfolgt ein kurzer Schweige­marsch zur Gedenktafel am ehemaligen Stellawerk.


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16.03.2005
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