Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 014/18 - 07.03.2018
Kampf gegen Entgeltungleichheit und strukturelle Diskriminierung ist noch nicht gewonnen

DGB zum Internationaler Frauentag

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2018 erklärt Judith Gövert vom DGB Köln-Bonn:  „Frauen erreichen im Durchschnitt höhere und bessere schulische Abschlüsse als Männer. Die heutige Frauengeneration ist die bestausgebildetste aller Zeiten. Dies schlägt sich allerdings nicht in der beruflichen Karriere nieder. Frauen arbeiten überdurchschnittlich in Minijobs, kurzen Teilzeitbeschäftigungen und befristete Arbeitsverhältnisse. Auch bei den Karrierechancen haben sie das Nachsehen.“ 

Der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern liegt seit Jahren bei rund 22 Prozent. Vergleicht man lediglich die Löhne von Vollzeitbeschäftigten, verdienten Frauen im Rhein-Sieg-Kreis 14,7 Prozent und in Bonn sogar 17,1 Prozent weniger als Männer (NRW: 14 Prozent). „Das ist unfair“, findet Gövert und ergänzt: „Frauen müssen ein selbstbestimmtes Leben in wirtschaftlicher Unabhängigkeit führen können. Die Situation ist eine andere: Frauen stehen noch immer vor ungelösten Arbeitszeitproblemen, haben geringere Karrierechancen und zum Schluss eine kleinere Rente als Männer. Unser Kampf gegen Entgeltungleichheit und strukturelle Diskriminierung ist noch nicht gewonnen.“ 

Ein Problem sieht Judith Gövert bei der Gehaltsstruktur von so genannten „frauendominierten“ Berufen im Sozial-, Erziehungs- und Pflegebereich: „Hier wird wichtige Arbeit geleistet, die für die Gesellschaft und das Zusammenleben unverzichtbar ist. Leider fehlt es an einer entsprechenden finanziellen Anerkennung.“  Gövert verwundert es daher nicht, dass gerade in diesen Bereichen ein erheblicher Fachkräftemangel herrscht: „Harte Arbeit, große Verantwortung und schlechte Bezahlung machen die Berufe nicht attraktiv.“ Eine strukturelle Diskriminierung sieht Judith Gövert aber auch in der Politik: „Die Zusammensetzung unserer Parlamente zeigt, dass Frauen auch noch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts bei der politischen Gestaltung des Landes stark unterrepräsentiert sind.“ 
 

Ansprechpartner:
DGB Köln-Bonn, Hans-Böckler-Platz 1, 50672 Köln, 0221/ 500032-0, koeln@dgb.de

 


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