Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 026/18 - 26.04.2018

Tag der Arbeit im Rhein-Erft-Kreis

DGB ruft zur Maikundgebung in Frechen auf

Der 1. Mai 2018, der "Tag der Arbeit", steht in diesem Jahr unter dem Motto "Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit". „Die Große Koalition hat sich für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einiges vorgenommen. Aber das reicht nicht. Wir wollen mehr soziale Gerechtigkeit, mehr solidarische Politik, mehr Förderung der Vielfalt. Wir werden die Bundesregierung drängen, die politischen Weichen in die richtige Richtung zu stellen: Solidarität statt gesellschaftliche Spaltung und Ausgrenzung, klare Kante gegen Rassismus und extreme Rechte“, heißt es im diesjährigen Aufruf für den Tag der Arbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

„Obwohl die Wirtschaft boomt und die Staatsfinanzen solide sind wie lange nicht mehr, klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander und immer mehr Menschen haben das Gefühl, dass es in unserer Gesellschaft ungerecht zugeht“, sagt Siegfried Dörr, Vorsitzender des DGB Kreisverband Rhein-Erft und appelliert: „Diese Koalition muss ihre Vorhaben bei der Pflege, bei der Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen, bei der sachgrundlosen Befristung, bei dem Rückkehrrecht auf Vollzeit, bei den Investitionen in Bildung, Wohnungen und Infrastruktur schnell und vollständig umsetzen. Das kann aber nur der erste Schritt sein. Sie muss mutiger werden!“

Der Rhein-Erft-Kreis hat in der Vergangenheit immer von der Braunkohle und der Energiewirtschaft gelebt. Deshalb ist die Gestaltung der Energiewende ein wichtiges Zukunftsprojekt für die Menschen in der Region. „Bei dem Ausstieg aus der Braunkohle muss man die Menschen mitnehmen. Politik muss endlich handeln und den Strukturwandel in der Region sozialverträglich gestalten“, fordert Siegfried Dörr und ergänzt: „Beschäftigte brauchen auch in Zeiten der Veränderung eine sichere Perspektive für ihre eigene Zukunft. Tourismus und Nagelstudios reichen da nicht aus, um die Wirtschaftskraft in der Region zu halten. Es muss uns um die Frage gehen, mit welchen Innovationen und Investitionen wir bestehende Arbeitsplätze sichern und neue Arbeitsplätze schaffen.“

Noch bis Ende Mai finden bundesweit Betriebsratswahlen statt. Im Rhein-Erft-Kreis sind rund 70.000 Beschäftigte aufgerufen ihre Interessensvertretung im Betrieb zu wählen. „Betriebsräte kämpfen für Gute Arbeit. Sie achten auf die Umsetzung von Arbeitsschutzgesetzen, Arbeitszeitregelungen, Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen“, erklärt Siegfried Dörr. „Deshalb sind Betriebsräte ein Garant für Vielfalt, Mitbestimmung, Demokratie und Solidarität im Unternehmen!“

Die DGB-Gewerkschaften haben klare Forderungen, die sie am 1. Mai formulieren. „Wir fordern endlich eine gerechte Besteuerung. Reiche müssen mehr tragen als Arme. Vermögende, aber auch Konzerne, werden zu sehr verschont. Wir brauchen eine Steuerreform, die für mehr Verteilungsgerechtigkeit sorgt und gleichzeitig ein zusätzliches Aufkommen für wichtige Zukunftsinvestitionen generiert. Deshalb muss bei der Besteuerung von Vermögen angesetzt werden“, sagt Wilfried Otten, Gewerkschaftssekretär der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und diesjähriger Mairedner in Frechen.

Otten ergänzt: „Unsicherheiten und ein hoher Druck auf dem Arbeitsmarkt sind für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit langem spürbar. Wir wollen, dass niemand sich fragen muss, ob der Arbeitsplatz sicher ist, ob das Geld und später die Rente zum Leben reichen. Für uns bedeutet soziale Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt, ein Recht auf anständige Löhne und unbefristete Arbeitsverträge. Für „Gute Arbeit“ brauchen wir den Schutz von Tarifverträgen und den Ausbau der Mitbestimmung, gerade mit dem Blick auf Herausforderungen wie die Digitalisierung. Dafür gehen wir am 1. Mai auf die Straße. Der Tag der Arbeit ist unser Tag der Solidarität, für Vielfalt und Gerechtigkeit.“

Die Maikundgebung beginnt um 12:00 Uhr am „Klüttenbrunnen“ vor dem Rathaus mit der Eröffnung und Begrüßung durch den Vorsitzenden des DGB-Kreisverbandes Rhein-Erft, Siegfried Dörr. Es folgt ein Grußwort der Bürgermeisterin der Stadt Frechen, Susanne Stupp. Die Mairede hält in diesem Jahr Wilfried Otten, Gewerkschaftssekretär der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Die Maikundgebung wird musikalisch von der Band „TSGADJE“ begleitet. Verschiedene Stände bieten die Möglichkeit, sich zu gewerkschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Themen zu informieren. Für Speisen und Getränke ist gesorgt.

Dossier mit allen Informationen zu den Maiveranstaltungen in der DGB-Region Köln-Bonn: http://koeln-bonn.dgb.de/-/MrO 

Wir bitten um Veröffentlichung der Veranstaltung im Veranstaltungskalender und laden zur Berichterstattung ein.


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