Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 028/18 - 04.05.2018

Menschen mit Behinderung in den Unternehmen

Bonn ist Spitzenreiter / Leverkusen ist gut / Köln und Umland erreichen nicht die gesetzlich vorgeschriebene Quote / Öffentlicher Dienst ist vorbildlich

Die gesetzlich vorgeschriebene Quote zur Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen in Höhe von 5% wird in der Region Köln-Bonn nur in der Bundesstadt Bonn und von Leverkusen eingehalten.

Bonn ist mit einer Quote von 8,7% sogar besonders vorbildlich. Leverkusen hat die Quote mit 5,4% problemlos überschritten. Anders sieht es aber in Köln (4,7%), dem Rhein-Sieg-Kreis (4,5%), dem Rheinisch-Bergischen-Kreis (4,4%) und dem Rhein-Erft-Kreis (4,3%) aus. Regionales Schlusslicht ist der Oberbergische-Kreis mit 4,0%.

„Hier muss deutlich mehr passieren“, fordert der Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn, Jörg Mährle, anlässlich des europäischen Tages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai.

Ausgenommen von der Kritik ist ausdrücklich der Öffentliche Dienst. Hier liege die Quote bundesweit bei 6,3%. Jörg Mährle: „Der Öffentliche Dienst wird seiner Vorbildfunktion gerecht und zeigt damit, dass eine Arbeitsmarktintegration von Schwerbehinderten machbar ist. Die private Wirtschaft sollte sich daran ein Beispiel nehmen und ihre Anstrengungen zur Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt verstärken. Menschen mit Behinderung sind häufiger und länger arbeitslos als nichtbehinderte Menschen - obwohl sie im Durchschnitt über bessere Bildungsabschlüsse verfügen. Es passt nicht zusammen, einerseits über Fachkräftemangel zu klagen und gleichzeitig die gesetzliche Quote zur Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen nicht zu erfüllen.“

Jörg Mährle verweist darauf, dass Arbeitgeber bei der Ausbildung oder Beschäftigung von Menschen mit Behinderung auf vielfältige Unterstützungsangebote zurückgreifen können, z.B. Lohnkostenzuschüsse, kostenlose Ausstattung des Arbeitsplatzes oder Begleitung durch Fachpersonal im Betrieb. Sein Fazit: „Unternehmen werden bei der gesellschaftlich wichtigen Aufgabe nicht alleine gelassen.“

Nach Auffassung des DGB müssen vor allem jene Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden, die überhaupt keine Schwerbehinderten beschäftigen: „Die gesetzlich vorgesehene Abgabe für ausbleibende Beschäftigung behinderter Menschen muss deutlich angehoben werden, damit sich Unternehmen nicht für wenig Geld aus der Verantwortung stehlen können.“

Hinweis: Die Daten (Quoten) stammen aus der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit https://statistik.arbeitsagentur.de/


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Blog mit Einblicken in gewerkschaftliche Themen und die Arbeit der DGB-Region Köln-Bonn, die nicht in offiziellen Pressemitteilungen oder Positionspapieren zu finden sind. Von Jörg Mährle, Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn