Deutscher Gewerkschaftsbund

PM IG Metall Bonn-Rhein-Sieg - 03.08.2017

Sulzer schließt Standort in Lohmar Ende 2017

Belegschaft spricht sich für Annahme des verhandelten Eckpunktepapiers aus

Alles kämpfen, alle öffentlichen Veranstaltungen, Siege vor Gerichten, breite Unterstützung und Sympathie für die Sulzer Beschäftigten in der Bevölkerung, über 10.000 Unterschriften die sich für den Erhalt des Standortes in Lohmar ausgesprochen haben, konnten am Ende nicht verhindern, dass der Schweizer Sulzer Konzern den Standort in Lohmar Ende 2017 schließen wird. Damit endet auf der Scheiderhöhe nach fast 60 Jahren die Herstellung von Markenpumpen die weltweit ausgeliefert wurden.

Am Ende standen wir vor der bitteren Entscheidung „Friss oder Stirb“, so das Fazit des Betriebsratsvorsitzenden Christophe Hassenforder und des örtlichen IG Metall Chefs Michael Korsmeier.

Wir standen zum Schluss vor der Entscheidung das Risiko einer Insolvenz einzugehen oder einen einigermaßen erträglichen Sozialplan zu erreichen, so Hassenforder. Immerhin geht es hier um das Schicksal von rund 180 Familien. Dieses konnten wir so nicht alleine entscheiden.

Auf der Betriebsversammlung am Mittwoch, sprachen sich 80 % der anwesenden Beschäftigten für die Annahme des Eckpunktepapieres, welches in der Einigungsstelle ausgehandelt wurde, aus.

Mit allen Tricks wurden hier Verträge und Gerichtsurteile bewusst und brutal umgangen. Zwar hat Sulzer faktisch die absolute Verfügungsgewalt über den Lohmarer Standort, juristisch gesehen ist aber die „Scheiderhöhe“ selbstständig. So wird in der Schweiz entschieden wo was wann produziert wird, die betriebswirtschaftlichen Folgen werden dann auf Lohmar abgewälzt. So hätte man in den nächsten Wochen keine Aufträge mehr, aber alle Kosten zu tragen die in Lohmar anfallen.

Dieses wäre dann zwangsläufig in der Insolvenz geendet, stellt Michael Korsmeier fest. Hier zeigt sich zum wiederholten Male, dass die Beschäftigten hilflos solchen brutalen Machenschaften gegenüber stehen. Hier hilft nur eine weitreichende Mitbestimmung der Interessenvertretungen auch in wirtschaftlichen Angelegenheiten. Solange aber die Politik in Deutschland, aber auch in Europa, dem nicht Einhalt gebieten, werden weiterhin die Beschäftigten und ihre Familien die Leittragenden dieses kapitalistischen Wirtschaftssystems sein, so Korsmeier weiter.

Wir danken der gesamten Belegschaft für ihren Kampf um den Erhalt des Standortes in Lohmar. Denn eines können uns die Herren in der Schweiz nicht nehmen, den Stolz und das bedingungslose Miteinander hier auf der Scheiderhöhe. Jetzt werden wir alles unternehmen, damit wir das Optimum für unsere Kolleginnen und Kollegen bei den Sozialplanverhandlungen jetzt rausholen werden. Wir hier oben werden nicht als gebrochene Menschen den Standort verlassen, so ein Resümee von Christophe Hassenforder.

Inhalte des Eckpunktepapieres

  • Bildung von Transfergesellschaften ab dem 01.01.2018
  • Regelungen zu Altersteilzeit
  • Regelungen zum Übergang in eine vorgezogene Altersrente
  • Abfindungsleistungen
  • Benennung eines Treuhänders der die Sozialplansumme verwaltet

Über die konkreten Regelungen informieren wir nach Abschluss des Sozialplanes

Folgen einer Insolvenz:

  • Verkürzte Kündigungsfristen, max. 3 Monate
  • Deckelung des Sozialplanes auf max. 2,5 Monatsentgelte in der Gesamtsumme
  • Drei Monate Insolvenzgeld, danach wohl Freistellung mit Bezug von Arbeitslosengeld, zwischen 6 und 24 Monaten
  • Unsicherheit ob genug Masse vorhanden ist, damit die Ansprüche aus dem Sozialplan überhaupt ausgezahlt werden können

Homepage: www.igmetall-bonn-rhein-sieg.de


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16.03.2005
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