Deutscher Gewerkschaftsbund

PM ver.di - 17.07.2017

Eiszeit im Krankenhaus - Beschäftigte fordern mehr Personal

In der ersten Woche der Sommerferien fällt in ausgewählten Krankenhäusern in NRW der Startschuss für die Auseinandersetzung um mehr Personal in den Krankenhäusern bis zur Bundestagswahl im Herbst 2017. In Köln lädt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten der Uniklinik Köln am Mittwoch, den 19.07.2017 in der Zeit von 09:30 Uhr bis 11:00 Uhr unter dem Motto „Eiszeit im Krankenhaus – wir brauchen Entlastung“ zu einer Pause am Eiswagen ein und informiert über die Auseinandersetzungen in den nächsten Monaten.

Mit 162.000 fehlenden Stellen in den Krankenhäusern werden die Beschäftigten weiterhin alleine gelassen in ihrer Verantwortung für die Patienten und mit Arbeitsbedingungen, die sie selbst krank machen. „Wir reden seit Jahren – offenbar zu leise. Denn es tut sich fast nichts. Erst brechen wir unter der Last der Arbeit zusammen und dann das Gesundheitssystem. Das betrifft uns doch alle! Gesundheitsminister Gröhe diskutiert mit den Krankenkassen und der Krankenhausgesellschaft über mehr Personal in „pflegesensitiven“ Bereichen. Was sollen das für Bereiche sein? Wir brauchen jetzt überall mehr Personal. Herr Gröhe soll hier mal eine Schicht mitarbeiten! Es geht schon lange nicht mehr um die Frage, ob ich Zeit für nette Gespräche mit älteren Patienten habe. Es geht um schlechte Versorgung. Und die Politiker und Politikerinnen wissen das!“, sagt Astrid Rogge-Musall, Gewerkschaftssekretärin für die Krankenhäuser im ver.di Bezirk Köln.

„Aktuell lebt das das Gesundheitssystem davon, dass die Kolleginnen und Kollegen aus Verantwortung an ihren freien Tagen einspringen, Überstunden anhäufen und keine Pausen machen. Die Beschäftigten können nicht mehr ihrem Wissen und den fachlichen Standards entsprechend arbeiten und stellen die Versorgung nur noch durch freiwillige Mehrleistungen sicher. Im Moment verabreden Stationen und andere Arbeitsbereiche miteinander, dass sie das an bestimmten Tagen gemeinsam verweigern werden – in ausgewählten Betrieben in NRW und bundesweit.“, so Rogge-Musall weiter.

Bundesweit fehlen nach ver.di-Berechnungen 162.000 Stellen in Krankenhäusern. In allen Berufsgruppen der Krankenhäuser sei mehr Personal nötig, um eine gute Versorgung der Patienten gewährleisten zu können, allein in der Pflege fehlen 70.000 Stellen. ver.di halte weiter daran fest, dass es Aufgabe der Politik sei, mit einer gesetzlichen Personalbemessung für genug Personal für eine sichere Versorgung der Patienten zu sorgen und fordert von der zukünftigen Bundesregierung ein Sofortprogramm mit neuen 20.000 Stellen für die Krankenhäuser. Damit könnte sichergestellt werden, dass keine Schicht mehr alleine gearbeitet wird und die Ausbildung von dringend benötigten Nachwuchskräften nicht mehr auf der Strecke bleibt.

Hinweise für die Redaktionen: Wir freuen uns über ihren Besuch am Eiswagen. Dort stehen Ihnen Beschäftigte aus dem Krankenhaus für Gespräche zur Verfügung

Ort: Uniklinik Köln, Kerpener Str. 62
Zeit: 09:30 Uhr bis 11:00 Uhr

[Quelle: ver.di Bezirk Köln]

 


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