Deutscher Gewerkschaftsbund

DGB-Rentenkampagne 2016/2017

22.12.2016
Drohende Altersarmut

DGB-Stadtbahn wirbt für Kurswechsel in der Rentenpolitik

„Rente muss reichen: Die gesetzliche Rente stärken!“ – unter diesem Slogan fährt ab dem 22.12.2016 eine Stadtbahn der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) durch Köln und wirbt für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik.

Peter Densborn, Mitglied des Vorstandes und Arbeitsdirektor der KVB: „Ich begrüße die Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Die Frage zur Zukunft unseres Rentensystems muss nachhaltig und verlässlich beantwortet werden, damit die Sorge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur zunehmenden Armut im Alter ernst genommen wird.

Andreas Kossiski, Vorsitzender des DGB in Köln erklärt: „Immer mehr Menschen werden in Zukunft nicht von ihrer Rente leben können. Schon heute haben in Köln 14.159 Rentnerinnen und Rentner weniger Geld als es der HARTZ-IV-Regelsatz vorsieht. Die beschlossene Absenkung des Rentenniveaus, die Teilprivatisierung der Altersvorsorge durch die Riester-Rente, die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die Zunahme von prekärer Beschäftigung – Deutschland hat nach Litauen den größten Niedriglohnsektor - und die gestiegene Zahl von Brüchen in der Erwerbsbiographie führen in Zukunft verstärkt zu Altersarmut!“

Nach Auffassung der Gewerkschaften muss das Rentenniveau schrittweise wieder auf 50 Prozent angehoben werden. Über sogenannte Mindestentgeltpunkte sollen Menschen mit geringem Einkommen besonders gefördert werden. Außerdem müsse es flexiblere, sozial abgesicherte Übergänge vom Erwerbsleben in die Rente geben, beispielsweise Teilrenten. Im Gegenzug sprechen sich Gewerkschaften dafür aus, versicherungsfremde Leistungen, zum Beispiel die sogenannte Mütterrente, über Steuern zu finanzieren und den Rentenbeitragssatz um 0,3 Prozent jährlich bis zum Maximalsatz von 22 Prozent zu erhöhen.

Andreas Kossiski: „Den demographischen Wandel mit Leistungskürzungen zu beantworten, ist keine Lösung. Jetzt muss damit begonnen werden, die aktuell gute Situation der Rentenversicherung und die Rücklage zu nutzen, um Spielräume zu gewinnen. Dazu muss die Politik endlich alle versicherungsfremden Leistungen voll aus Steuermitteln erstatten. Wir brauchen einen grundlegenden Kurswechsel, damit es nicht weiter bergab mit der gesetzlichen Rente geht.“

Die Stadtbahn „Rente muss reichen: Die gesetzliche Rente stärken!“ wird bis zum September des nächsten Jahres durch Köln fahren.

Statement von Andreas Kossiski (PDF, 239 kB)

„Die Rente ist sicher“ – aber die Höhe nicht! Die Rente wird in Zukunft für immer weniger Menschen zu Leben reichen! Schon heute haben in Köln 14.159 Rentner/innen (=7,2%) weniger Geld als es der HARTZ-IV-Regelsatz vorsieht. Tendenz steigend!

DGB-Rentenkampagne

Am 22.12.2016 hat der Kölner DGB-Vorsitzende, Andreas Kossiski, zusammen mit mehreren Geschäftsführer/innen und Vorsitzenden der Kölner Gewerkschaften die Rentenkampagne des DGB gestartet: Bis zum September 2017 wird ein Stadtbahn der KVB durch Köln fahren, um für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik zu werben. DGB Köln-Bonn


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