Deutscher Gewerkschaftsbund

10.04.2018

„Dass noch immer kein Angebot der Arbeitgeber auf dem Tisch liegt, ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“

Grußwort beim Warnstreik des Öffentlichen Dienstes. 10. April 2018

Am 10. April 2018 legten die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes in Köln und der Region die Arbeit nieder. Mit dem Warnstreik reagierten die Kolleginnen und Kollegen auf die erfolglos verlaufenden Verhandlungsrunden. Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, beteiligten sich die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst im Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen zahlreich an den Warnstreiks. Auf dem Heumarkt sprach Judith Gövert, Gewerkschaftssekretärin der DGB-Region Köln-Bonn, ein kurzes Grußwort.

+++ Es gilt das gesprochene Wort +++

Liebe Kolleginnen und Kollegen.
Ich überbringe Euch die solidarischen Grüße der DGB Gewerkschaften in der Region Köln-Bonn. Sie stehen hinter Euch! Auch die Kolleginnen und Kollegen der Schwesterngewerkschaften sind dieses Jahr in Tarifverhandlungen. In der Metallindustrie wurde bereits erfolgreich verhandelt, andere bereiten sich gerade vor; aber jetzt seid ihr dran! Denn: Ihr seid es wert!

Liebe Kolleginnen und Kollegen.
Es ist richtig und wichtig, dass ihr euch lautstark zur Wehr setzt. Dass noch immer kein Angebot der Arbeitgeber auf dem Tisch liegt, ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten. Nur eurem Einsatz ist es zu verdanken, dass es an vielen Stellen trotz Personalabbaus und fehlender Finanzen überhaupt noch funktioniert. Dafür verdient ihr Anerkennung – aber eben auch eine entsprechende Bezahlung. Dafür steht ihr heute hier und das ist gut so!

Das Bundesarbeitsgericht machte schon in den 1980er Jahren klar: „Tarifverhandlungen ohne das Recht zum Streik wären nicht mehr als „kollektives Betteln“.  Nur durch gewerkschaftliche Organisation und Druck auf die Arbeitgeber sind eure berechtigten Forderungen durchsetzbar. Deshalb ist es so wichtig, dass ihr heute alle hier seid.

Umso empörter bin ich darüber, was ihr teilweise für Gegenwind aushalten müsst. Ich bin unter anderem in unserer Region für die Stadt Bonn zuständig. Der dortige Oberbürgermeister Ashok Sridharan appellierte in der vergangenen Woche an die Gewerkschaften nicht während der Prüfungen an den Schulen zu streiken. Wortwörtlich hieß es in einer Pressemeldung der Stadt Bonn „Das kann nicht sein.“

Wissen Sie was nicht sein kann, Herr Oberbürgermeister? Dass sie sich einmischen und urteilen.
Ein Streikaufruf der Gewerkschaften dient dazu, den berechtigten Forderungen zusätzliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Gäbe es ein vernünftiges Angebot, gäbe es auch keinen Warnstreik!

Wissen Sie was nicht sein kann, Herr Oberbürgermeister? Die Wirtschaft boomt und die Steuereinnahmen sind so hoch wie lange nicht mehr. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sollen nicht daran teilhaben. Das kann nicht sein!

Wissen Sie was nicht sei kann? Dass Sie – als Arbeitgeber in einer Kommune - sich in einer Tarifauseinandersetzung so unangemessen äußern und damit Stimmung gegen die Streikenden machen.
Kein Angebot vorlegen, aber dann die Moralkeule schwingen. Das kann nicht sein!

Liebe Kolleginnen und Kollegen.
Lasst euch nicht beirren. Wirkliche Verbesserungen müssen hart erkämpft werden und ihr kämpft! Seid standhaft! Haltet zusammen! Zeigt, dass es euch ernst ist und macht deutlich, dass ihr mehr wert seid!

Ich wünsche euch einen kämpferischen Warnstreiktag!

Glück auf!


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