Deutscher Gewerkschaftsbund

19.10.2015

25. Mahnwache in Bergisch Gladbach

Am 7. November 2015, 11:00 Uhr, findet die 25. Mahnwache in Bergisch Gladbach anlässlich der 'Reichspogromnacht' statt: 25 Jahre Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus UND 25 Jahre Mahnwache gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus, für Toleranz und soziale Gerechtigkeit.

Wegen einer Baustelle findet die Mahnwache in diesem Jahr nicht an der Gedenktafel am ehemaligen Stella-Werk statt, sondern auf dem Gelände der Kirchengemeinde St. Joseph, die den Platz dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat.

Eine Kooperationsveranstaltung von:
DGB-Netzwerk Rhein-Berg
VVN-BdA Bergisch Gladbach

DGB-Region Köln-Bonn

DGB-Region Köln-Bonn

 

 

Walborg Schröder, Mitinitiatorin der Mahnwache, über 25 Jah­re Mahn­wa­che in Ber­gisch Glad­bach

"9. November - Gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus, für Toleranz und soziale Gerechtigkeit"

So fing es vor 26 Jaren an. Eine Marmortafel "Zum Gedenken an die Opfer des Naziterrors in unserer Stadt" hatten Wolfgang Kondruß und Magda Gatter in privater Initiative am Straßenrand in der Richard-Zörner-Straße aufgestellt. Dort befand sich in der Nazizeit ein sogenanntes wildes KZ. Das beharrliche und ideenreiche Engagement der beiden Friedensfreunde fand Unterstützung bei Freunden, bei Parteien und Organisationen, bei der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten, bei der Stadtverwaltung. So konnte Altbürgermeister Holger Pfleger im Mai 1990 im Beisein vieler Bürgerinnen und Bürger die Gedenktafel einweihen.

Seit dem 9. November 1990 finden dort jährlich Mahnwachen zum Gedenken an die Opfer des Naziterrors statt. Organisiert von der VVN-BdA, der Gewerkschaft und Schülervertretung sowie vielen Bürgerinnen und Bürgern. Bürgermeister oder Stellvertretretung, Gewerkschafter/innen, Antifaschisten/innen, Schülervertreter/innen, Mitglieder des Integrationsrates und viele andere richteten mahnende Worte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Vergangenheit nicht zu vergessen, daraus Lehren zum Handeln zu ziehen und Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen sowie das Motto der Mahnwache "9. November: die Reichspogromnacht mahnt - Gegen Ausländerfeindlicheit und Rassismus"  in praktisches Handeln umzusetzen. Hier möchte ich unsere Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zitieren, die sich mitt den Worten an die kriminellen Brandstifter richtet: "Ihr werdet diese Gesellschaft nicht vergiften mit euren dumpfen und dummen Parolen. Es gibt keine Toleranz bei Fremdenfeindlichkeit, Neonazi-Hetze und rechter Gewalt."

Unser zivilgesellshaftliches Engagement ist wie vor 25 Jahren herausgefordert. Nehmen wir es an!

Walborg Schröder
Mitinitiatorin der Mahnwache.

 

 

Pressemitteilung zur diesjährigen Mahnwache

Seit 25 Jahren erinnert in Bergisch Gladbach eine Mahnwache an die Reichspogrom­nacht vom 9. November 1938, als in vielen deutschen Städten Synagogen und jüdische Geschäfte in Brand gesteckt wurden. „Der 9. November markiert den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 hin zur systematischen Verfolgung und industriellen Ver­nichtung,“ so Jörg Mährle vom DGB Köln-Bonn: „Mit der traditionellen Mahnwache wollen wir nicht nur an diesen Wendepunkt erinnern. Uns geht es auch darum, aus der Vergangenheit zu lernen und ein Zeichen für ein friedliches und to­le­ran­tes Zusammen­leben zu setzen.“ 

Vieler dieser Zeichen sind nach Auffassung von Reimund Smollen, Sprecher des DGB im Rheinisch Bergischen Kreises, vor dem Hintergrund der zunehmenden Gewalt gegen Flücht­lingsunterkünfte sowie rassistischen Äußerungen bei Kundgebungen von HOGESA oder PEGIDA notwendig: „Die verheerenden Anschläge gegen Unterkünfte für Ge­flüchtete, die hasserfüllten Pöbeleien von Nazis und selbsternannten ‚besorgten Bürgern‘ gegen Flüchtlinge sind ein Anschlag auf die Menschenwürde. Wir haben ein Problem in diesem Land: Es heißt Rassismus!“ 

Getragen wird die Gedenkveranstaltung vom VVN-BdA und dem DGB im Rheinisch-Bergischen Kreis. 

Die Mahnwache findet in diesem Jahr am Samstag, dem 7. November, von 11:00 Uhr bis ca. 12:00 Uhr, statt. Treffpunkt ist diesmal NICHT die Gedenktafel an Stand­ort der ehe­maligen Ziegelei Stella-Werk, da sich dort eine Baustelle befindet. Die Mahnwache findet in diesem Jahr auf dem Gelände der benachbarten Kirche St. Joseph statt. Die Kirchengemeinde hat den Platz dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. 

 

Ansprechpartnerin:
Karin Bernhardt, DGB Köln-Bonn, Hans-Böckler-Platz 1, 50672 Köln, 0221/ 500032-0
Karin.Bernhardt@dgb.de

Reden

Rede von Walborg Schröder (PDF, 15 kB)

Walborg Schröder: "Ich stehe hier als Seniorin – älter als viele von Euch, aber mit der gleichen Wut, mit der gleichen Empörung und dem gleichen Kampfgeist, mich gegen alte und neue Nazis zur Wehr zu setzen. "

Rede von Olaf Seiler, VVN-BdA (PDF, 31 kB)

Olaf Seiler: "Warum dürfen Woche für Woche Rassisten unter dem Deckmantel der „Versammlungsfreiheit“ ihre ausländerfeindlichen und pseudosozialen Phrasen auf unseren Straßen und Plätzen verbreiten?"


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Dieser Artikel gehört zum Dossier:

Mahnwache in Bergisch Gladbach

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