Deutscher Gewerkschaftsbund

07.03.2018

Stimmen zum 1. Mai 2018

Jörg Mährle

Jörg Mährle

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Wirtschaft wächst. Die Auftragsbücher sind in vielen Branchen voll. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat ein Rekordniveau erreicht. Die andere Seite der Medaille: Von dieser positiven Wirtschaftslage werden immer mehr Menschen abgehängt. 20 Prozent der Kinder leben mittlerweile in Armut; Die Rente reicht bei immer mehr Menschen nicht mehr aus; Deutschland hat nach dem Baltikum, Polen und Rumänien den größten Niedriglohnsektor in der EU; Arm trotz Arbeit ist mittlerweile ein Massenphänomen; Befristete Beschäftigung, Leiharbeit, Teilzeitarbeit und Werkverträge sind auf dem Vormarsch; Der Trend zur Tarifflucht ist auf Arbeitgeberseite ungebrochen. Mit anderen Worten: Die soziale Spaltung nimmt dramatisch zu. Sie hat ein Niveau erreicht wie zuletzt vor 100 Jahren.

Es ist Aufgabe „der Politik“, also von Parteien, Parlamenten und Regierungen, die Lebensbedingungen ALLER Menschen zu verbessern. Die zunehmende soziale und gesellschaftliche Spaltung zeigt, dass ihr diese Aufgabe vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Globalisierung und Klimawandel nicht gelungen ist. Es gibt ein erhebliches Verteilungsproblem und das ist eine Gefahr für die Demokratie und letztlich auch für die demokratischen Parteien selbst. Nationalistische und rechtspopulistische Parteien sind überall in Europa als vermeintliche Alternative auf dem Vormarsch.

Um es deutlich zu sagen: Es ist „5 vor 12“! Seit Jahren kämpfen die DGB-Gewerkschaften für einen politischen Kurswechsel. Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns ist ein wichtiger Erfolg. Weitere Schritte müssen aber folgen: Bei der Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik, im Gesundheitssystem, im Steuersystem, bei der Mitbestimmung sowie der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen. Die gewerkschaftlichen Vorschläge und Konzepte für mehr soziale Gerechtigkeit liegen auf dem Tisch. Für uns stehen die Menschen im Mittelpunkt. Es geht darum, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und soziale Gerechtigkeit zu schaffen. Dafür engagieren sich Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in Betrieben, in der Gesellschaft – und besonders am 1. Mai, dem Tag der Arbeit.

Der 1. Mai ist unser Tag! Er ist der Tag, an dem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bundesweit auf die Straße gehen, um ein Zeichen für Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit zu setzen und einen politischen Kurswechsel einfordern! Sei dabei! In der Region Köln-Bonn finden wieder verschiedene Maiveranstaltungen statt. Alle Informationen findest Du auf unserer Homepage unter www.Koeln-Bonn.DGB.de/1mai2018.

Jörg Mährle
Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn

Bernd Weede

Bernd Weede

Eva Pohl

Eva Pohl

Siegfried Dörr

Siegfried Dörr

Leonie Koch

Leonie Koch

Teaserbild Dr. Witich Rossmann

IG Metall Köln-Leverkusen


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Dieser Artikel gehört zum Dossier:

1. Mai 2018 in der Region Köln-Bonn

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