Deutscher Gewerkschaftsbund

21.09.2010
Gewerkschaften haben viele Gesichter

Bernd Weede

Bernd Weede

Warum bist du in die Gewerkschaft eingetreten?

Als Mensch, der sich in Interessenvertretungen engagiert und als Sohn "kleiner Leute" war eigentlich klar, dass man sich in einer Gewerkschaft organisieren muss.

Wie bist du auf die Gewerkschaft aufmerksam geworden?

Das ist nun schon so lange her, dass ich es gar nicht mehr weiß.

Warum sind Gewerkschaften aus deiner Sicht wichtig?

Um diese Frage zu beantworten, müsste ich vermutlich einen Artikel oder sogar ein Buch schreiben. Wichtig ist die Erkenntnis, dass niemand allein etwas erreichen kann. Um die sozialen Errungenschaften für die arbeitenden Menschen zu erhalten und zu verbessern, um einen gerechten Lohn für gute Arbeit zu erstreiten oder, um die Interessen der arbeitenden Menschen in die kleine und große Politik einzubringen, brauchen wir starke Gewerkschaften.

Warum engagierst du dich im BR / PR?

Ich kann mir kaum noch vorstellen, in einer Struktur zu leben und zu arbeiten, ohne mich auch aktiv einzubringen. Herr Sarazin würde vermutlich ein Helferlein-Genom finden, dass die "Karriere" vom Klassensprecher über die studentische Fachschaft zum Betriebsratsvorsitzenden begründet.

Kannst du aus deiner Praxis Beispiele nennen, die den Sinn von betrieblicher Mitbestimmung verdeutlichen?

Da sind auf der einen Seite die vielen Fälle, in denen Konflikte beigelegt oder moderiert werden konnten, die aber zum Schutz aller Beteiligten nie öffentlich werden. Auf der anderen Seite die großen Brocken von der betrieblichen Altersvorsorge, über den Demographie-Fonds der Chemischen Industrie bis zum Personalabbau, die nur durch eine aktive Mitbestimmung so geregelt werden können, dass es sozial ausgewogen und willkürfrei ist und, dass sie für die überwiegende Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen passt. Das Problem dabei ist, was für viele passt, passt vielen an mancher Stelle wieder nicht.

Wie ist das Verhältnis zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber? Konfrontation oder Kooperation?

Es ist logischer Weise keines von beiden. Beide vertreten unterschiedliche Interessen und gehen die Dinge von verschiedenen Seiten an. Von daher müssten sie eigentlich in ständiger Konfrontation stehen. Da sie aber auch in einer symbiotischen Beziehung stehen, müssen sie kooperieren. Bei wirtschaftlichem Erfolg für das Unternehmen ist natürlich auch mehr für die Arbeitnehmer drin und zufriedene Arbeitnehmer steigern den qualitativen und quantitativen Erfolg des Unternehmen.

Es gibt das Vorurteil von Arbeitgebern, dass Betriebsräte nur Geld kosten und nichts bringen. Stimmt das?

Nein, das stimmt natürlich nicht. Das ergibt sich ja bereits aus der oben erwähnten symbiotischen Beziehung. Es mag für die Betriebe stimmen, in denen der Arbeitgeber oder der Betriebsrat nur auf Konfrontationskurs sind.


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