Deutscher Gewerkschaftsbund

26.08.2010
Gewerkschaften haben viele Gesichter

Regine Siric

Regine Siric

DGB-Region Köln-Bonn

Regine Siric (1938), Köln
Mitglied der Gewerkschaft ver.di, ehemals ÖTV 
Schriftführerin im Seniorinnen- und Seniorenausschuss
Mitglied im ver.di-Bezirksfrauenrat und DGB-Kreisfrauenausschuss

Warum bist du in die Gewerkschaft eingetreten?

Ich habe schon früh erkannt, dass Gewerkschaften für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wichtig sind und eine starke Präsenz gegen die Arbeitgeber haben müssen, um unsere Interessen am besten vertreten können.

Wie bist du auf die Gewerkschaft aufmerksam geworden?

Bereits in den 70er Jahren, als ich in Darmstadt in einer mittelständischen Brauerei  gearbeitet habe, bin ich in die Gewerkschaft NGG (und SPD) eingetreten und habe als Schriftführerin dem Betriebsrat als einzige Frau angehört. Der Brauereiinhaber war Präsident des hessischen Arbeitgeberverbandes und da hat es vor und nach Tarifverhandlungen immer hitzige Debatten gegeben. Nach meinem Umzug nach NRW über Gummersbach bin ich in Köln gelandet. Hier habe ich bis zu meiner Pensionierung und fünf Jahre danach als Sekretärin in einem sozialmedizinischen Forschungsinstitut der Kassenärzte gearbeitet. Eine Kollegin hat mich auf die ÖTV aufmerksam gemacht und so bin ich Anfang der 1980er Jahre eingetreten. Leider ist es mir nicht gelungen, in diesem Institut ein PR/BR aufzubauen, da die Geschäftsführung das abgeschmettert hat.

Warum sind Gewerkschaften aus deiner Sicht wichtig?

Nur starke Gewerkschaften können die Interessen der arbeitenden Bevölkerung konsequent vertreten.

Wie hat sich Gewerkschaftsarbeit aus deiner Sicht verändert?

Nach dem Zusammenschluss der 6 Einzelgewerkschaften zu ver.di – der meiner Meinung schon viel früher hätte erfolgen sollen, hat sich ver.di als eine mitgliederstarke Gewerkschaft präsentiert. Gewerkschaftsarbeit ist heute viel intensiver und komplexer geworden. Auch wirkt sich die Globalisierung in vielen Gebieten auf die Gewerkschaften aus. Auf jeden Fall ist das Klima für die Gewerkschaften härter geworden. Als wenig positiv empfinde ich, dass immer mehr hauptamtliche Gewerkschaftssekretäre/–sekretärinnen abgebaut werden und so m. E. eine optimale und flächendeckende Betreuung der Mitglieder nicht immer gegeben ist.

Wie sähe die (Arbeits-)Welt ohne Gewerkschaften aus?

Wie die Arbeitswelt ohne Gewerkschaften aussieht, kann man in Diktaturen und ähnlichen Staatsformen sehen, wo die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen kaum oder gar keine Rechte haben und mit allen Mitteln der Herrschenden bekämpft werden.

Warum engagierst du dich in dem oben genannten Vorstand / Gremium?

Ich bin der Meinung, jede Frau/jeder Mann sollte sich in die Gewerkschaft und ihre Gremien einbringen, um so gemeinsam Verbesserungen der Arbeitsbedingungen etc. zu erreichen. Ich engagiere ich mich vor allem im ver.di Senioren/ Seniorinnen-Ausschuss, da diese Klientel ansonsten keine adäquate Lobby hat.


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