Deutscher Gewerkschaftsbund

15.03.2012

Hans-Peter Eschweiler: Mairedner in Bonn

Rente muss zum Leben reichen!

In diesem Jahr beginnt für die erste Generation die Rente mit 67. Die Betroffenen müssen zunächst zwar nur einen Monat länger arbeiten. Am Ende stehen im Jahr 2031 aber zwei volle Jahre Mehrarbeit. Zwei Jahre, in denen die meisten Bauarbeiter einfach nur länger arbeitslos sind. Sie müssen wegen der harten, körperlichen Arbeit meist weit vor 65 ihren Job aufgeben, weil sie nicht mehr können.

Wer heute davon spricht, dass die Menschen immer länger fit sind und bald jeder bis 67 arbeiten kann, versucht die Bürger für dumm zu verkaufen. Einen Job-Boom für Oldies wird es nicht geben. Selbst die wenigen, die gesundheitlich noch arbeiten können, finden kaum eine Beschäftigung.

Für die Betroffenen droht so die Abwärtsspirale in die Altersarmut. Von ALG I in Hartz IV und am Ende erhalten sie dann trotz Jahrzehnten harter Arbeit nur eine Hunger-Rente. Dabei sind die Renten mit 67 überhaupt nicht notwendig. Bei Einführung fürchteten die Experten eine sinkende Bevölkerung, bei der immer weniger Junge für immer mehr Ältere die Rente zahlen müssen. Nun zeigt sich: Die Bevölkerung wächst. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl dank Zuwanderung um 51 000. Gleichzeitig sind die Rentenkassen prall gefüllt. Damit könnten noch über Jahre der bisherige Rentenbeginn mit 65 finanziert werden.

Doch die Regierung will lieber die Beiträge zur Rentenversicherung senken. Eine Maßnahme, die dem Einzelnen im Schnitt gerade einmal 6,50 Euro im Monat bringt. Auf diese Almosen verzichten wir gern, wenn wir dafür im Alter nicht verarmen.

Hans-Peter Eschweiler, Bezirksverbandsvorsitzender der IG BAU Köln-Bonn


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1. Mai 2012

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