Deutscher Gewerkschaftsbund

31.10.2018
Köln, 6.bis 10. November 2018

WOCHE DER DEMOKRATIE

Pixabay.com

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Anlässlich des 80. Jahrestags der Reichspogromnacht am 09.11.2018, den es zu Gedenken gilt, zur Feier des 100-jährigen Jahrestags des Frauenwahlrechts sowie des ebenfalls 100-jährigen Jahrestags der Novemberrevolution mit dem Sturz des Kaiserreiches, gibt es in diesem Jahr im Rahmen der Woche der Demokratie, eine Übersicht vieler Veranstaltungen, welche die Demokratie und das demokratische Zusammenleben fördern wollen.

Dienstag, 6. November 2018, 12 Uhr

Matinee, EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln

Vor 80 Jahren – Der Pogrom in Köln


Eine Gedenkinstallation des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln. Vor 80 Jahren brannten am 9. November 1938 auch in Köln die Synagogen, jüdische Wohnungen wurden ausgeraubt und Geschäfte zerstört. Zum Gedenken an die „Pogromnacht“ zeigt eine Gedenkinstallation die Entwicklung von der Ausgrenzung der Jüdinnen und Juden bis hin zum Holocaust. Mit der „Machtergreifung“ 1933 begann ihre Entrechtung. So wurden Freizeit, Arbeit und Alltag von Jahr zu Jahr stärker begrenzt. Der Pogrom war die Zuspitzung dieser Entwicklung. Es folgte die geplante Ermordung der Juden Europas.

Ausstellungszeitraum 7. November 2018 bis 6. Januar 2019 Eintritt: 4,50 €, erm. 2 €

Eine Veranstaltung von NS-Dokumentationszentrum Köln

Mittwoch, den 07. November 2018, 19:00 Uhr

Forum Volkshochschule, Cäcilienstraße 29-33, 50676 Köln

Erkämpfte Demokratie – Gefährdete Demokratie. 100 Jahre Demokratie in Deutschland – eine Geschichte von Erfolgen, Niederlagen, Kämpfen und Gefahren


Vor 100 Jahren – im November 1918 – widersetzten sich Kieler Matrosen einem unsinnigem Befehl, lösten mit der Novemberrevolution den Sturz des Kaiserreiches aus. Arbeiter- und Soldatenräte schlugen die Bresche für die erste parlamentarische Republik in Deutschland – die Weimarer Republik, inklusive Frauenwahlrecht und erster Mitbestimmung in Betrieben.

Dieser demokratische und gesellschaftliche Aufbruch nahm allerdings 1933 mit der Machter- greifung der Nationalsozialisten ein jähes Ende. Am Ende der Zerschlagung von demokratischen Parteien, Gewerkschaften, Wahlrecht und Mitbestimmung standen nationalistisch und rassistisch begründeter Krieg, millionenfacher Tod und ein zerstörtes Deutschland.

Im Nachkriegsdeutschland entstand ein stabiler demokratischer Rechtsstaat, zu dessen Grund- bestand die Achtung der Menschen- und Bürgerrechte gehört. Doch diese demokratischen Errungenschaften stehen heute auf dem Spiel – die universelle Geltung der Menschrechte wird von rechten Kräften in Frage gestellt, Regierungen untergraben Rechtsstaatsprinzipien.

Es ist Zeit innezuhalten, Zwischenbilanz zu ziehen und Schlussfolgerungen zu treffen. Die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung hatte großen Anteil an der Eroberung der Demokratie 1918/19. Sie hat ein großes Interesse am Erhalt, am Ausbau der Demokratie – im Staat, in der Gesellschaft, in den Betrieben.

Impuls:
Heribert Prantl, Jurist, Journalist, Autor

Diskussion:
Anja Weber, Vorsitzende DGB NRW
Dr. Anja Kruke, Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich Ebert Stiftung
Prof. Dr. Michael Brie, Mitarbeiter des Instituts für Gesellschaftsanalyse der Rosa Luxemburg Stiftung
Dr. Witich Roßmann, DGB Vorsitzender Köln, Moderation

Eine Veranstaltung von DGB Köln, Hans Böckler Stiftung, Friedrich Ebert Stiftung, Rosa Luxemburg Stiftung, VHS Köln.

Mittwoch, 7. November 2018, 19 Uhr

EL-DE-Haus, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln

Die „Reichskristallnacht“ im November 1938: Inszenierte Gewalt gegen Juden. Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Benz


Vor 80 Jahren brach in der „Reichskristallnacht“ am 9. November 1938 offene Gewalt gegen Juden aus, staatlich inszeniert, verübt nicht nur von fanatischen Nationalsozialisten, sondern auch von ganz normalen Menschen, die zuvor freundliche Nachbarn und friedliche Mitbürger waren. Der Gewalt folgte die Beraubung und Entrechtung durch die Regierung, die NSDAP und eine willfährige Bürokratie.

Am 9. November 1938 änderte sich alles: Die Pogrome, staatlich inszeniert und von der Öffentlichkeit hingenommen, beendeten das für die Juden immer mühsame Zusammenleben mit der Mehrheit der Deutschen. Aus dem Antisemitismus, der seit 1933 Staatsdoktrin war, der die gesellschaftliche Diskriminierung der Juden begründete, wurde Verfolgung, die in Vernichtung mündete. Die „Reichskristallnacht“ war das Fanal für alles Künftige, nach der Diskriminierung begann im November 1938 der Holocaust.

Eintritt: 4,50 €, erm. 2 €

Eine Veranstaltung von NS-Dokumentationszentrum Köln

Donnerstag, 08. November 2018, 17:30 Uhr

Synagoge Köln, Roonstraße 50, 50674 Köln

Gedenkveranstaltung zum Novemberpogrom 1938


Die Synagogen-Gemeinde Köln und die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit gedenken des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die männlichen Teilnehmer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Bitte bringen Sie zur Erleichterung der Eingangskontrolle ihren Personalausweis mit.

Reden
Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln
Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Beiträge von
Schüler*innen und Lehrer*innen des Kaiserin-Augusta-Gymnasiums in Köln Gesänge/Rezitation, „Michtam Le David“, „K-El Male Rachamim“, „Psalm von Assaf“, “V.I.P. – Voices In Peace”

Kranzniederlegung mit Kaddisch-Gebet in der Trauerhalle. Anschließend Ausstellung von Ruth Fischer-Beglückter im Gemeindesaal

Eine Veranstaltung von Synagogen-Gemeinde Köln und Kölnische Gesellschaft für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit

Donnerstag 08. November 2018, 18:00 Uhr

Filmforum NRW, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln

100 Jahre Frauenwahlrecht


Film „Die göttliche Ordnung“. Nach einer historischen Einführung durch Irene Franken vom Frauengeschichtsverein und einer Einführung in den Film durch Silke Räbiger vom Frauenfilmfestival wird der Film der Regisseurin Petra Volpe aus dem Jahr 2017 "Die göttliche Ordnung" über die Einführung des Frauenwahlrechts in der Schweiz 1971 gezeigt.

Eine Veranstaltung der ASF Köln, Internationalen Frauenfilmforum Dortmund/Köln, Kölner

Samstag, 10. November 2018, 16:00 Uhr

bunker k101, Körnerstraße 101, 50823 Köln 

Geschichte und Gegenwart der Migration in Köln, Preview


Fremdenfeindlichkeit und besonders Islam- und Muslimfeindlichkeit ist ein immer größeres Thema in unserer Gesellschaft. Nicht demokratische Parteien, die die Angst vor dem, was einige für Fremd halten nutzen und schüren, erhalten immer mehr Zulauf. Hier muss gehandelt werden. Durch die Ausstellung und dem damit verbundenen kennenlernen der MigrantInnen soll dieser Angst entgegengewirkt und Fremdenfeindlichkeit aufgeweicht werden.

Die Ausstellung zeigt die vier Ausstellungen „Drei Generationen Portraits“, „So fing es an“ „Bitter Things“ und das „Virtuelle Migrationsmuseum“.

Vernissage 17.11.18 17:00 Uhr, Ausstellungszeitraum 17.11.2018-15.12.2018

Eine Veranstaltung des Förderkreises Hochbunker Körnerstraße 101 e.V. in Kooperation mit dem Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V. (DOMiD), Bi‘bak e.V.

Samstag, 10. November 2018, 18:00-20:00 Uhr

Mahnmal der Edelweißpiraten und Zwangsarbeiter, Bartholomäus-Schink- Straße/Ecke Venloer Straße

80. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938
Nie wieder - Damit Vergangenheit nicht Zukunft wird! 


Wir wollen am 10. November 2018 der Opfer gedenken und uns unserer heutigen Verantwortung bewusst stellen: Wir wollen an die Edelweißpiraten, Widerstandskämpfer und die Zwangsarbeiter erinnern. Wir wollen die Grauen, das Unrecht und die Verbrechen des NS Regimes in das Gedächtnis rufen – verbunden mit der klaren Nachricht des NIE WIEDER!

Eine Veranstaltung von Köln stellt sich quer, Ehrenfelder Kuratorium Edelweißpiraten.


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