Deutscher Gewerkschaftsbund

15.03.2012

Ralf Kutzner: Mairedner in Siegburg

Flagge zeigen für ein gutes Leben

Warum sollen wir am 1. Mai noch auf die Straße gehen? Warum sollte man sich die Maireden anhören? Der 1. Mai ist doch eher ein Tag der schönen Freizeit, der Fahrradtouren bei frühlingshaftem Wetter und der vielen tollen Feste wie Tanz in den Mai.

Wir kommen zum 1. Mai zusammen, weil wir an diesem Tag der Arbeit, die Leistung und den Stellenwert der Beschäftigten herausstellen wollen. Wir wollen der Arbeit Wert, Respekt und Würde geben. Das ist immer noch notwendig. Auch in unserer Region gibt es viele Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter die zu mickrigem Lohn beschäftigt werden. Mit Werkverträgen werden neue Formen der prekären Beschäftigung eingeführt. Viele Frauen verdienen bei gleicher Arbeit immer noch weniger als ihre männlichen Kollegen. Es gibt keine Arbeitsplätze für ältere Menschen, gleichwohl sollen wir alle bis 67 Jahre arbeiten. Die Leistungsschraube in den Betrieben und Verwaltungen wird immer weiter angedreht.

Unsere Jugend wird um ihre Zukunft betrogen, indem sie meist nur befristet oder im Praktikum oder in Leiharbeit beschäftigt wird. Lohnerhöhungen, gute Arbeit und Mitbestimmung müssen jeweils gegen den Widerstand der Arbeitgeber durchgesetzt werden.

Wir können unsere Zukunft nur gemeinsam gestalten. In starken Gewerkschaften, die als Gegenmacht zum Kapital die Interessen der Beschäftigten auch durchsetzen können. Ich freue mich am 1. Mai in Siegburg mit vielen Kolleginnen und Kollegen, aber auch mit Vertretern aus Politik, Kirchen und Gesellschaft Flagge für ein gutes Leben zu zeigen.

Ralf Kutzner, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Bonn /Rhein-Sieg


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1. Mai 2012

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