Deutscher Gewerkschaftsbund

18.08.2010
Gewerkschaften haben viele Gesichter

Pierre Gronen

Pierre Gronen

DGB-Region Köln-Bonn

Warum bist du in die Gewerkschaft eingetreten?

Ich war in der Schule gerne Klassensprecher und fand den Gedanken, Jugend- und Auszubildendenvertreter sein zu können, sehr interessant. Für mich war aber klar, das geht nur in Zusammenarbeit mit einer Gewerkschaft. Gelebte Solidarität eben.

Wie bist du auf die Gewerkschaft aufmerksam geworden?

Unser Jugendsekretär hat uns im Rahmen einer "Kennenlern-Woche" unter den neuen Auszubildenden 2004 die Gewerkschaft IG Metall vorgestellt. Mir wurde klar, alles, was ich als selbstverständlich in einer Ausbildung erachte (Arbeitszeit, Einkommen, Übernahme) ist nicht "vom Himmel gefallen", sondern wurde hart erkämpft.

Warum sind Gewerkschaften aus deiner Sicht wichtig?

Als Arbeitnehmer haben wir nur eine Sache, die wir dem Arbeitgeber anbieten – unsere Arbeitskraft. Allerdings arbeiten wir nicht um jeden Preis, sondern wollen, wenn wir unsere Arbeitskraft anbieten, auch entsprechende Forderungen stellen können. In der Praxis heißt dies: Gute, gerechte und gesunde Arbeit für faire Löhne und Gehälter.

Wie hat sich Gewerkschaftsarbeit aus deiner Sicht verändert?

Klassische Arbeitnehmerthemen – Arbeitszeitverkürzung oder Lohnzuwachs - sind nicht mehr das Topthema der Gewerkschaften. Die Vielfalt der Arbeitswelt spiegelt auch die Vielfalt unserer Themen wieder. Gesundheitsschutz, Ausbildungszahlen und Rente sind wichtige innerbetriebliche Themen neben den klassischen Themen. Doch Gewerkschaften spielen auch eine wichtige Rolle in der Gesellschaft. Die Gewerkschaften werden nicht mehr nur als streikende Menschen mit Trillerpfeifen wahr genommen. Ob im Kampf gegen Rassismus oder das Nein zur Rente mit 67 – die Gewerkschaften sprechen ein gehöriges Wörtchen mit in der Gesellschaft dieses Landes.

Wie sähe die (Arbeits-)Welt ohne Gewerkschaften aus?

Gut für wenige – schlecht für die meisten.  Beispiele, wo Gewerkschaften fehlen, findet man nicht nur in anderen Ländern. Heutzutage wird immer deutlicher, dass es auch hier in Deutschland Bereiche gibt, wo Arbeitgeber mit allen Mitteln versuchen, Lohndumping und unsoziale Beschäftigung durchzudrücken.

Warum engagierst du dich?

Durch meine Arbeit in der Jugend- und Auszubildendenvertretung, dessen Vorsitz ich seit 2004 inne habe, habe ich auch aktive IG-Metall-Arbeit gemacht. Bei Tarifrunden, Streiks, Mobilisierung und Gestaltung von IG Metall-Themen habe ich in Köln und NRW mitgemacht. Die Themenvielfalt der IG Metall hat mich auch zur engen Zusammenarbeit mit dem DGB gebracht – hier vor allem mit der DGB-Jugend. Die Arbeit mit allen Einzelgewerkschaftsjugenden und, damit verbunden, auch die gesellschaftlichen Themen haben mich bewogen, die Wahl zum Vorsitzenden anzutreten. Mir gefällt der Gedanke, dass ich mit einem aktiven Gremium zusammen jeden Tag ein bisschen mehr Gerechtigkeit in die Welt bringen kann.


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