Deutscher Gewerkschaftsbund

11.07.2019

Antikriegstag: 1. September 2019

Auch in diesem Jahr finden wieder verschiedene Veranstaltungen zum Antikriegstag statt. Hier der Aufruf des DGB und eine Übersicht über die regionalen Veranstaltungen.

  • Erklärung des DGB zum Antikriegstag 2019

    NIE WIEDER KRIEG!
    NIE WIEDER FASCHISMUS!
    FÜR FRIEDEN UND ABRÜSTUNG!

    „NIE WIEDER KRIEG! NIE WIEDER FASCHISMUS!“ Das ist die Antwort der Gewerkschaften auf das unermessliche Leid, das Nazi-Deutschland über die Welt gebracht hat als es am 1. September 1939 Polen überfiel und damit die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs auslöste. Achtzig Jahre nach Beginn des grauenhaften Vernichtungskriegs der Nazis haben wir allen Anlass, am Antikriegstag daran zu erinnern, wohin das Wiedererstarken von blindwütigem Nationalismus und Militarismus, von Menschenfeindlichkeit und Rassismus führen kann.

    Demokratie, Frieden und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen entschlossen verteidigt werden. Das weiß niemand besser als wir Gewerkschaften. Deshalb waren wir von Anfang an zentraler Teil der Friedensbewegung und haben zu ihren Erfolgen beigetragen. Wir wissen aber auch: Unser Kampf gegen Faschismus, nationalistische Kriegstreiberei und besinnungsloses Wettrüsten ist längst nicht vorbei. Im Gegenteil: Wir leben heute in einer Welt, in der unser gewerkschaftlicher Einsatz für eine starke Friedensbewegung besonders gefordert ist.

    Die aktuelle Weltlage ist geprägt durch Unsicherheit und Instabilität. Wir werden nicht nur Zeuge, wie ein neuer Aufrüstungswahn um sich greift, sondern sehen uns mit einer neuen nuklearen Bedrohung konfrontiert. In einer Zeit, in der alle Atommächte dabei sind, ihre Nuklearwaffen zu modernisieren, steigen die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran aus und kündigen das Abkommen über nukleare Mittelstreckensysteme mit Russland.

    Auch die Bundesregierung ist in der Verantwortung, diesem Irrsinn Einhalt zu gebieten. Sie muss endlich den UN-Vertrag über das Verbot von Atomwaffen unterzeichnen, dem bereits rund 130 Staaten zugestimmt haben. Welche Ausmaße das neuerliche Wettrüsten erreicht hat, zeigt sich bei den Militärausgaben. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs waren sie nie so hoch wie heute: Weltweit belaufen sie sich auf mehr als 1,6 Billionen Euro. Und auch die Bundesregierung kennt kein Halten. Betrug der deutsche Verteidigungsetat 2015 noch 33 Mrd. Euro, so ist er inzwischen auf 43,2 Mrd. Euro gestiegen. Wenn Deutschland die NATO-Vorgabe befolgt, seine Wehrausgaben bis 2024 auf zwei Prozent des BIP zu steigern, so läge sein Rüstungsetat in fünf Jahren bei 85 Mrd. Euro.

    Schluss damit! Schon heute nimmt Deutschland den achten Platz bei den Rüstungsausgaben ein. Und das, obwohl das Geld für öffentliche Investitionen an allen Ecken und Enden fehlt – ob nun für die Gestaltung der sozialökologischen Transformation durch Klimawandel und Digitalisierung, in der Alterssicherung und Pfl ege, beim sozialen  Wohnungsbau, bei der Entwicklung eines umfassenden Gesundheitssystems oder bei der Modernisierung von Schulen und dem Kita-Neubau. Statt mit Unsummen das Wettrüsten anzuheizen, fordern wir die Bundesregierung auf, die dafür vorgesehenen Mittel in ein sozial gerechtes Deutschland und Europa mit nachhaltigen Zukunftsperspektiven zu investieren.

    Soziale Gerechtigkeit und sichere Zukunftsperspektiven für alle – das ist zugleich die wirksamste Antwort auf die Spaltungs- und Ausgrenzungsparolen von Rechtsextremisten und Rechtspopulisten. Sie machen mobil gegen unsere Demokratie und sagen unserer vielfältigen und weltoffenen Gesellschaft den Kampf an. Wie wenig die Rechtsextremisten dabei vor Gewalt und Terror zurückschrecken, hat erst jüngst der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke verdeutlicht. Weltweit befi nden sich die Feinde der Demokratie, Autokraten und autoritäre Regime auf dem Vormarsch. Sie schüren neue Feindbilder. Sie instrumentalisieren die tiefe Verunsicherung, die das Gefühl bei vielen Menschen auslöst, in einer Welt zu leben, die völlig aus den Fugen geraten ist. Eine Welt, die durch eine wachsende Zahl an bewaffneten Konflikten geprägt ist. Eine Welt in der sich 70 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Bürgerkrieg, vor politischer Verfolgung, vor Naturkatastrophen und Armut befinden.

    All diese Probleme lassen sich nur mit weniger statt mit mehr Waffen lösen. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, engagiert sich der DGB in der Friedensinitiative „Abrüsten statt Aufrüsten“. Deren Aufruf gegen das Zwei- Prozent-Ziel der NATO haben inzwischen mehr als 150.000 Unterstützerinnen und Unterstützer unterzeichnet.

    Wir rufen öffentlich dazu auf, den Aufruf mitzuunterschreiben und sich an den zahlreichen Aktionen der Initiative zu beteiligen (https://abruesten.jetzt).

  • 30.08.2019 | Bonn: Frauen, Krieg & Frieden

    Kino im Frauenmuseum "Frauen, Krieg & Frieden“, Frauenmuseum Bonn, Im Krausfeld 10, VA: Frauenmuseum Bonn, Frauennetzwerk für Frieden, DFG-VK Gruppe Bonn-Rhein-Sieg, Alois Stoff Bildungswerk der DFG-VK NRW [im Rahmen der Reihe Bonner Friedenstage 2019] Zum Inhalt: Das Friedenskino im Frauenmuseum zeigt 20 Filmklassiker und Neuerscheinungen zu Frauen, Krieg und Frieden, Bürgerrechten und Überwachung sowie Engagement gegen die Klimakatastrophe. Highlights des Programms sind Filme über zwei sowjetische Militärs, die die Welt vor dem atomaren Untergang bewahrten – „Wassili Archipov, Weltenretter 1962“ und „Stanislav Petrov, Weltenretter 1983“ (s. auch Veranstaltung am 21.09.). Veranstalter: Frauenmuseum Bonn, Frauennetzwerk für Frieden, DFG-VK Bonn-Rhein-Sieg und Alois Stoff Bildungswerk der DFG-VK NRW

    Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

    Ort: Frauenmuseum Bonn , Im Krausfeld 10, 53111 Bonn

    Datum: 30. August 2019, 18:00 Uhr

    Kontakt: Frauennetzwerk für Frieden (FNF), Kaiserstr. 201, 53113 Bonn, frauennetzwerk-fuer-frieden.de

  • 31.08.2019 | Köln: Kundgebung "abrüsten statt aufrüsten"

    In Köln findet anlässlich des Antikriegstages eine Kundgebung in der Fußgängerzone statt.

    Mit Musik von Rolly und Benjamin Brings sowie von Markus Fröhlich und mit Reden von:

    Wolfgang Uellenberg-van Dawen
    Eva-Maria Zimmermann (GEW-Geschäftsführerin Köln)
    Deutsche Friedensgesellschaft5 – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, DFG-VK
    Hans Mörtter (Pfarrer der Lutherkirche in der Kölner Südstadt)
    Reiner Schmidt (Interventionistische Linke)
    Ei-Ichi Kido (Politikwissenschaftler an den Universitäten Osaka und Bochum)
    Murat Yilmaz (Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e. V.)
    Anna & Luzie (Fridays for Future)

    Ort: Wallrafplatz

    Datum: 31. August 2019, 14:00 Uhr

    Kontakt: Kölner Friedensforum, c/o Friedensbildungswerk Köln, Obenmarspforten 7-11, 50667 Köln, koelnerfriedensforum.org

  • 01.09.2019 | Köln: Der Film «Der Aufenthalt»

    «Ich bin unschuldig» sagt der junge Wehrmachtssoldat wieder und wieder, als er in der Kriegsgefangenschaft wegen eines SS-Verbrechens angeklagt wird. Die Anschuldigung einer polnischen Bürgerin, die ihn wiedererkannt haben will, wiegt schwer. Im Kampf um die persönliche Rechtfertigung, zugleich in einer Zelle mit wirklichen deutschen Kriegsverbrechern, im Angesicht des zerstörten Warschau kommt ein Denkprozess in Gang, der über die Schuld des Einzelnen hinausgeht. Persönlich unschuldig? Und doch beteiligt an einem gigantischen Verbrechen? Die Frage der historischen Verantwortung endet nicht mit diesem Film.

    Der Aufenthalt ist einer der großen DEFA-Filme von Frank Beyer. Nach dem Roman von Hermann Kant, wurde er 1984 uraufgeführt, vielfach ausgezeichnet und auch auf der Berlinale gezeigt. Am 1.9. 1939 begann mit dem Überfall Nazideutschlands auf Polen der 2.Weltkrieg. 80 Jahre danach zeigen wir in Gedenken den Film «Der Aufenthalt».

    Kölner Friedensforum, Friedensbildungswerk Köln, Vereinigung der Verfolgten des Nazitegimes-Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Köln und der DFG/VK Gruppe Köln.

    So 01.09.2019 / 11.00 – 13.00 Uhr / Odeon-Kino, Severinstr. 81 in Köln-Südstadt / 1 Ustd / Eintritt: Solidaritätspreis 8, Normal 5 (3) Euro / Kurs 80-A4

    Link: https://friedensbildungswerk.de/html/krieg.html#Aufenthalt

#No2Percent: 10 Gründe gegen das 2%-Ziel der Nato


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DGB Köln
DGB Köln
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