Deutscher Gewerkschaftsbund

01.07.2019

Basic Work

Das Bundesarbeitsministerium hat in Kooperation mit der Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg am 28.06.2019 einen Workshop zum Thema „Basic Work“ durchgeführt. Basic Work ist eine neue Bezeichnung, mit der einfache berufliche Tätigkeiten für an- und ungelernte Arbeitnehmer/innen gemeint sind. Mittlerweile gehen ca. 25% der Arbeitnehmer/innen Basic Work nach.

Basic Work nimmt zu – Logistik, Fahrradkuriere, Post- und Paketdienstleistungen, einfache Reinigungstätigkeiten usw.

Gründe sind: Durch die Digitalisierung entstehen neue, einfache Dienstleistungen. Außerdem gibt es den Trend, aus Kostengründen Einfachtätigkeiten aus bestehenden Berufsbildern auszugliedern: Anstelle von ausgebildeten Fachkräften (Verkäufer/innen oder Einzelhandelskaufleute) räumen immer mehr angelernte Hilfskräfte die Waren in die Regale. Oder: Vom Postbeamten zum Briefzusteller als Basic Worker. Das spart den Unternehmen Geld, da häufig nur Mindestlohn gezahlt wird. Der Lohn liegt damit nur knapp über dem Hartz-IV-Satz.

Anders sieht es in der Tarif-zahlenden Industrie aus. Hier werden für Basic Work in der Regel Löhne gezahlt, von denen Arbeitnehmer/innen in der Regel leben können. In der Industrie besteht aber die Gefahr, dass Basic Work im Rahmen von Digitalisierung und technologischen Fortschritt durch Maschinen ersetzt werden.

Das Thema Basic Work hat eine hohe soziale Sprengkraft. Deswegen will sich das BMAS intensiver um diese Form von Arbeit kümmern. Der Workshop in Bonn war ein erster Aufschlag.

Aus meiner Sicht wichtig: Durch eine Erhöhung des Mindestlohns und eine Stärkung der Tarifbindung lässt sich Basic Work besser finanziell absichern. Außerdem brauchen wir politische Leitplanken, damit Basic Work in sicherheitsrelevanten Bereichen (Flughafenkontrolle, Reinigung in Krankenhäusern) zurückgedrängt wird.


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Jörg Mährle

Jörg Mährle

Jörg Mährle

 

Jörg Mährle arbeitet seit 2000 beim DGB in verschiedenen Funktionen. Seit 12/2017 ist er Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn. Vorher hat er erfolgreich eine kaufmännische Ausbildung in einem Handwerksbetrieb sowie ein Magisterstudium (Politikwissenschaften, Erziehungswissenschaften und Geografie) abgeschlossen. Er wurde 1966 in Kiel geboren.


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