Deutscher Gewerkschaftsbund

PM ver.di K-B - 23.11.2018

ver.di kritisiert Personalpolitik der Stadt Köln und lädt zu Tarifgespräch über Großstadtzuschlag ein

In einem Interview im Kölner Stadtanzeiger hat Stadtdirektor Keller zur Problematik der großen Stellenvakanzen bei der Stadtverwaltung Köln Stellung genommen. Die ver.di Betriebsgruppe der Stadtverwaltung kritisiert die Untätigkeit des Stadtvorstands in wesentlichen Fragen der Personalpolitik: „Die große Zahl der Vakanzen geht zu Lasten der Kolleginnen und Kollegen, die täglich mit großem Engagement versuchen die Stadtverwaltung Köln am Laufen zu halten und vielfach die Aufgaben derjenigen miterledigen müssen, die noch nicht oder nicht mehr da sind,“ so Tjark Sauer, ver.di-Gewerkschaftssekretär für den Fachbereich Gemeinden.

Die Probleme im Bereich Personal bei der Stadt Köln sind aus Sicht der ver.di Betriebsgruppe vielschichtig: Die Probleme betreffen viele Dienststellen und verschiedene Berufsgruppen, sie sind keinesfalls auf den Bereich der sog. Mint-Berufe begrenzt. In einem besonderen Maße ist inzwischen auch der klassische „Verwaltungsbereich“ von Stellenvakanzen betroffen. Der Personalmangel führt vielfach dazu, dass immer wieder an neuen Stellen Löcher in die Personaldecke von Dienststellen gerissen werden.

Aus Sicht von Herrn Stadtdirektor Dr. Keller sei sichergestellt, dass die BürgerInnen sich keine Sorgen um ihre Sicherheit machen müssen und dass die Stadt alle ihre Dienstleistungen und Aufgaben erfülle. Dem widerspricht die Gewerkschaft ver.di: „Dort wo es gelingt, gegenüber der Bürgerschaft alle Aufgaben und Dienstleistungen zu erfüllen, gelingt dies oftmals nur dank des hohen Engagements und der Bereitschaft zu Mehrarbeit der Beschäftigten. Erst unlängst hat die Kämmerin in einer Vorlage dargelegt, dass die Stadt auf Einnahmen in Höhe von über 400.000€ verzichten muss, weil die BetriebsprüferInnen schlicht bestimmte Forderungen nicht mehr bis zur Verjährungsfrist bearbeiten können. Leider müssen wir auch im Bereich des zentralen Personal- und Verwaltungsmanagements feststellen, dass nicht sichergestellt ist, dass alle Aufgaben funktionieren. Bei einer Vakanz-Quote von über 20% im Personal- und Verwaltungsmanagement und einer Krankenquote von etwa 9% im Schnitt der gesamten Stadtverwaltung ist klar, dass die Beschäftigten nicht alle Aufgaben erledigen können, die anfallen,“ erklärt Achim Schlömer, Vorsitzender des ver.di Bezirksfachbereichs Gemeinden.

Wenn das Personal- und Verwaltungsmanagement für Probleme um Verständnis bitte und versuche wenigstens sicherzustellen, dass die regelmäßige Zahlung der Vergütung erfolgen könne, so ist dies ein Offenbarungseid der Verwaltungsspitze, den die Beschäftigten nicht zu verantworten haben. Mitverantwortlich für die jetzige Situation ist mit Sicherheit die rigide Sparpolitik der früheren Jahre. Wenn die Stadt gut qualifizierte Kräfte halten und gewinnen will, so steht der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst diesem Ziel nicht entgegen.

Es liegt in der Hand der Arbeitgeberin Stadt Köln, die Arbeit so zu gestalten, dass auch eine hohe Vergütung nach Tarif möglich ist. Auch bei vermeintlich hohen Anforderungen an die Qualifikation stehe sich eher die Stadt selber im Weg, als dass das Tarifrecht hier zu hohe Anforderungen stelle, so Achim Schlömer weiter.

Nach Einschätzung des Stadtdirektors fehle der Stadt Köln ein Großstadtzuschlag, um angemessen auf den angespannten Wohnungsmarkt, aber auch die anderen Anforderungen an die Beschäftigten zu reagieren. „Wir sind gerne bereit mit der Stadt Köln über die Einführung eines Großstadtzuschlags oder einer vergleichbaren Regelung auf tarifvertraglicher Basis zu verhandeln. Wenn die Stadt Köln daran Interesse hat, können wir gerne noch in diesem Jahr einen Termin für Tarifgespräche finden,“ erklärt Tjark Sauer abschließend.

Quelle: ver.di-Bezirk Köln-Bonn


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