Deutscher Gewerkschaftsbund

PM KSSQ - 20.02.2020

„Köln stellt sich quer“ zu den Morden in Hanau

Schon wieder Morde - Rassismus tötet

Während das Rheinland die 5. Jahreszeit einläutet, erfahren gut 200 Kilometer entfernt zahlreiche Menschen, dass ihnen in dieser Nacht ein Mensch einen nahen Angehörigen genommen hat. 

Noch wissen wir nicht genau, ob es sich beim Attentäter um jemanden handelt, bei dem eine psychische Erkrankung sich in Verschwörungstheorien und Fremdenfeindlichkeit manifestiert hat. Sicher ist nur, dass elf Menschen, darunter der Täter, tot sind. Seine Opfer hat der mutmaßliche Schütze ausgewählt, weil sie für ihn Fremde waren, die sein Bild von Deutschland und der deutschen Gesellschaft störten.

Hanau reiht sich nun ein in die Orte, die für immer mit politisch motivierten Morden verbunden sein werden, mit Hass und Gewalt, die sich gegen Menschen richten, die nicht dem geschlossenen Weltbild der Attentäter entsprechen.

In Zeiten, in denen Björn Höcke auf der jüngsten Pegida-Kunsgebung in Dresden davon beschwörend faselt, Deutschland sei ein Irrenhaus und es müsse ein Umsturz her, der dieses Land wieder in die richtige Orientierung bringe, muss man sich nicht wundern, wenn diese Worte von anderen in Gewalt umgesetzt werden. Zu viele Menschenleben haben in den letzten Jahren die Attentate mit rechtsnationalen, fremdenfeindlichen, rassistischen und demokratiefeindlichen Motiven schon gekostet.

Wir werden dem weiter entschieden entgegentreten: Auf der Straße, in den Stadträten, in den Landes- und Bundesparlamenten. Bürgerinnen und Bürger, demokratische Parteien, Vereine, Initiativen, Kirchen und Gewerkschaften werden sich weiter für die Demokratie einsetzen. Zuletzt haben sie nach dem Desaster in Thüringen gezeigt, wozu die Demokratie fähig ist.

Mit dem Eintreten für den Erhalt einer demokratischen, lebendigen und pluralistischen Gesellschaft können wir allen Opfern rechtsradikaler und nationalistischer Mörder ein Andenken bewahren und ihren Angehörigen unsere Solidarität zeigen."Die Würde des Menschen ist unantastbar". Köln stellt sich quer gegen Mord, Verharmlosung und Vergessen.

Witich Roßmann, Sprecherkreis von "Köln stellt sich quer"


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Dieser Artikel gehört zum Dossier:

Köln stellt sich quer (2020)

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