Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 064/15 - 02.09.2015

DGB: keine Einschränkung beim Nahverkehr zugunsten privater Eisenbahnunternehmen

Haltepunkt in Roisdorf muss weiterhin vollumfänglich angefahren werden

„Wir werden diese Meldung nicht einfach nur zur Kenntnis nehmen und zur Tagesordnung übergehen. Eine Einschränkung beim Nahverkehr zugunsten privater Eisenbahnunternehmen lehnen wir ab“, so die erste Reaktion vom regionalen DGB-Chef, Ingo Degenhardt, zu den Verlautbarungen, dass mit dem Fahrplanwechsel im Dezember nicht mehr alle Züge der Mittelrheinbahn (MRB 26) in Roisdorf Halt machen sollen. „Als Interessensvertretung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die in Bornheim wohnen bzw. arbeiten, legen wir hier ganz klar unser Veto ein. Die Züge zwischen Koblenz und Köln sind ja jetzt bereits völlig überfüllt und die Kapazitäten reichen bei weitem nicht aus. Und nun sollen auch noch wichtige Haltepunkte für Berufspendler in Hürth-Kalscheuren, Roisdorf, Rolandseck und Oberwinter wegfallen, das ist eine absolute Schwächung des für die Region so wichtigen Nahverkehrs. Diese Vorgehensweise lehnen wir ab“, sagt Degenhardt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund ist verärgert über den Auslöser dieser Ankündigung. Die Haltepunkte sollen wegfallen, damit das private Eisenbahnunternehmen HKX seine bisherige Strecke zwischen Hamburg und Köln, über Bonn bis hin nach Frankfurt verlängern kann. Da es sich beim Einsatz der Züge um vorfahrtsberechtigte Fernzüge handelt, kommt es auf der Strecke zu Überschneidungen bei der Gleisnutzung.

Der örtliche Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Rainer Bohnet meint: „Es gibt zukünftig genügend weitere Belastungen durch die Zunahme des Güterverkehrs und nun soll das bestehende und in Teilen unzureichende Angebot im öffentlichen Nahverkehr einem privaten Anbieter weiter Platz machen. Hier sind alle regionalen Akteure, sowie die Landes- und die Bundespolitik gefordert.“ Eine übereinstimmende Position von Degenhardt und Bohnet lautet: „Eine gute Anbindung der Menschen im Nahverkehr muss Vorfahrt vor privaten Interessen haben. Das ist nicht nur ökonomisch sondern auch ökologisch sinnvoll.“

DGB und EVG fordern zudem die zuständige Bundesnetzagentur in Bonn auf, den angeblichen Kapazitätsengpass auf der linken Rheinstrecke nochmal kritisch zu prüfen.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Medienanfragen

DGB Köln-Bonn
DGB-Region Köln-Bonn Hans-Böckler-Platz 1 50672 Köln Tel. 0221 - 500032-0 Fax 0221 - 500032-20
weiterlesen …

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Hier können sie unsere Pressemeldungen als RSS-Feed abonieren.

RSS-Feed: Nachgefragt

Subscribe to RSS feed
In der Reihe „Nachgefragt“ veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen ausführliche Interviews mit gewerkschaftlichen Experten/innen aus der Region Köln-Bonn.

RSS-Feed: Standpunkt

Subscribe to RSS feed
In der Reihe „Standpunkt“ nehmen gewerkschaftliche Experten/innen aus der Region Köln-Bonn ausführlich Stellung.

RSS-Feed: IM FOKUS

Subscribe to RSS feed
Blog mit Einblicken in gewerkschaftliche Themen und die Arbeit der DGB-Region Köln-Bonn, die nicht in offiziellen Pressemitteilungen oder Positionspapieren zu finden sind. Von Jörg Mährle, Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn