Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 02/23 - 26.01.2023
Strukturwandel in Frechen:

Ratsmehrheit verpasst Chance

Der Rat der Stadt Frechen hat sich am 24.01.2023 mit deutlicher Mehrheit gegen die Ansiedlung eines Netzwartungsdienstes der KVB in Frechen ausgesprochen. Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) verpasst die Stadt Frechen damit den Einstig in einen gesteuerten Strukturwandel.

Jörg Mährle, Geschäftsführer der DGB-Region Köln-Bonn: „Während die Kommunen im Rheinischen Revier händeringend nach neuen Betrieben suchen, um die durch den Kohleausstieg wegfallenden Arbeitsplätze zu kompensieren, stellt die Stadt Frechen ein strukturpolitisches Stoppschild auf. Das muss man sich leisten können.“

Nach Auffassung des DGB hätte die Ansiedlung der KVB wichtige Impulse für die Stadt gebracht. „Beschäftigte hätten sicherlich überlegt, nach Frechen zu ziehen, um arbeitsplatznah zu wohnen. Perspektivisch wäre auch eine Ertüchtigung der Linie 7 nach Frechen sinnvoll und möglich gewesen“, so Jörg Mährle.

Thomas Nienhaus, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Rhein-Erft: „Die Ansiedlung wäre ein wichtiges Signal für das Rheinische Revier gewesen. Sie hätte nicht nur auf das Konto Strukturwandel eingezahlt, sondern auch auf das Konto Mobilitätswende. Denn klar ist doch, dass die Mobilitätswende im Ballungsraum Köln nur gelingt, wenn die KVB in die Lage versetzt wird, ihr Angebot auszuweiten.“

Nienhaus ist sich sicher: „Andere Kommunen werden solche Chancen, tarifgebundene Arbeitsplätze bei sich anzusiedeln, nicht ungenutzt verstreichen lassen.“


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Rheinisches Revier: Strukturwandel gestalten

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