Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 011/2013 - 22.03.2013

Berg. Gladbach: Erstausbildung für junge Erwachsene

DGB: Perspektiven gibt es nur mit Ausbildung

Im Bereich der Arbeitsagentur Bergisch Gladbach, mit den Gebietskörperschaften Rheinisch-Ber­gischer-Kreis, Oberbergischer Kreis und der Stadt Leverkusen haben 53 Prozent der jungen Er­wachsenen im Alter von 25 bis 35 Jahren keinen Berufsabschluss, so neuere Auswertungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Sie haben damit kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Die Ankündigung der Bundesagentur für Arbeit (BA), jungen Männern und Frauen ohne Berufsaus­bildung eine zweite Chance zu geben, wird daher von der DGB-Region Köln-Bonn begrüßt. Ziel der BA-Kampagne „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“ ist es, in den kommenden drei Jahren bundesweit 100.000 junge Er­wachsene zwischen 25 und 35 Jahren für eine betriebliche Erstausbildung zu gewinnen.

Für den Arbeitsmarktexperten des DGB in der Region Köln-Bonn, Ingo Degenhardt, ist diese Ini­tiative lange überfällig. „Die Zahlen belegen den dringenden Handlungsbedarf. Die Zielgruppe hat noch 30 bis 40 Jahre im Erwerbsleben vor sich. Zudem wird sich der Fachkräftebedarf in der Region erhöhen. Daher ist es wichtig, jungen Erwachsenen mit schwierigen Startbedingungen eine zweite Chance zu ermöglichen. Die besten Perspektiven gibt es nur mit einer Ausbildung, “ sagt Ingo Degenhardt. Sensibilisiert und motiviert werden müssten jedoch nicht nur die jungen Erwachsenen. Notwendig sei auch mehr Engagement der Wirtschaft, um den Spätstartern die Möglichkeit einzu­räumen, ihre Fähigkeiten zu nutzen und auszubauen.

Im Februar dieses Jahres verzeichnete die Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach 25.512 Arbeits­lose, darunter 13.122 ohne abgeschlossene Berufsausbildung. In der Altersgruppe 25 bis unter 35 Jahre waren 5.901 als arbeitslos registriert. 3.129, also über die Hälfte, haben keine abgeschlos­sene Berufsausbildung. „Nun sind die richtigen Ideen gefragt, dieses Programm zwischen Lever­kusen und Gummersbach umzusetzen. Hierfür ist ein Abstimmungsprozess zwischen Arbeitsagen­tur, den Jobcentern, der Wirtschaft und den Berufsschulen notwendig“, appelliert Degenhardt. Der DGB drängt auf eine gemeinsame regionale Initiative, um junge Erwachsene durch geeignete Aus- und Weiterbildung in ihrem Erwerbsverlauf zu stabilisieren.

„Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss sind deutlich schlechter in den Arbeitsmarkt integriert, verdienen deutlich weniger und das Risiko der Arbeitslosigkeit ist zweieinhalb Mal höher als für gleichaltrige junge Fachkräfte. Auch wenn wir nicht alle jungen Arbeitslosen mit diesem Programm erreichen werden, muss unser Anspruch sein, diese Initiative im Sinne der Fachkräftesicherung zu nutzen. Das Potential zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Region ist groß!“, sagt Degenhardt. Jedoch erwartet der DGB, dass diese zusätzlichen Bemühungen weder negative Folgen auf die regulären Vermittlungsaktionen haben, noch zu Lasten anderer Zielgruppen gehen.

 


Bestand an Arbeitslosen

Agentur für Arbeit Bergisch-Gladbach, Gebietsstand Februar 2013

 

 

Februar 2013, Datenstand: Februar 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SGB Träger / Gebietsstruktur

Insgesamt

dar. 25 - unter 35 Jahre

Insgesamt

dar. (Sp.1)
 ohne abgeschlossene Berufsausbildung (Sp.1)

Insgesamt

dar. (Sp.3)
 ohne abgeschlossene Berufsausbildung (Sp.1)

1

2

3

4

AA Bergisch-Gladbach
Insgesamt

                 25.512

                 13.122

                   5.901

                   3.129

SGB III

                   9.557

                   2.869

                   1.919

                      512

SGB II

                 15.955

                 10.253

                   3.982

                   2.617

05316 Leverkusen, Stadt
Insgesamt

                   6.836

                   3.675

                   1.767

                      981

SGB III

                   2.186

                      655

                      470

                      114

SGB II

                   4.650

                   3.020

                   1.297

                      867

05374 Oberbergischer Kreis
Insgesamt

                   9.315

                   4.902

                   2.149

                   1.101

SGB III

                   3.916

                   1.364

                      828

                      245

SGB II

                   5.399

                   3.538

                   1.321

                      856

05378 Rheinisch-Bergischer Kreis
Insgesamt

                   9.361

                   4.545

                   1.985

                   1.047

SGB III

                   3.455

                      850

                      621

                      153

SGB II

                   5.906

                   3.695

                   1.364

                      894

Erstellungsdatum: 15.03.2013, Statistik-Service West,

 

© Statistik der Bundesagentur für Arbeit


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