Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 084/15 - 12.11.2015

Irritation beim DGB: Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge

Siegburger Stadtverwaltung plant bis zu 20 Stellen

Vor seinem Wechsel zum DGB nach Siegen beschäftigt den noch Vorsitzenden des DGB-Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg und Beiratsvorsitzenden des Jobcenters Rhein-Sieg das Thema Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge.
Diese Form von „Beschäftigung“ ist bei Gewerkschaftern von Beginn an umstritten.
„Ein-Euro-Jobs sind keine Lösung um Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen und erst recht keine Lösung um Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Vorhaben und die Verlautbarungen der Stadt Siegburg sind für mich mehr als irritierend“, so der Kommentar von Ingo Degenhardt.

Am vergangenen Donnerstag hatte die Stadt Siegburg mitgeteilt, dass sie bis zu 20 Flüchtlinge in Ein-Euro-Jobs bringen will. Am 11.11.2015 kam eine erneute Meldung aus dem Rathaus, in der es heißt, dass die Flüchtlinge Arbeit als Ein-Euro-Kräfte aufnehmen und in der Stadtverwaltung helfen. Degenhardt: „Von dem Vorhaben ist mir bisher nichts bekannt. Erst kürzlich haben wir noch im Beirat des Jobcenters Rhein-Sieg beraten und uns auch mit der Situation der Flüchtlinge beschäftigt. Von den geplanten Ein-Euro-Jobs in Siegburg war keine Rede. Ich finde die aktuelle Entwicklung nicht gut und werde bei der Geschäftsführung weitere Details erfragen.“

Für den Deutschen Gewerkschaftsbund ist es äußerst wichtig, Flüchtlinge schnellstmöglich in Ausbildung und Arbeit zu bringen und somit eine gute Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen.
Ingo Degenhardt sagt: „Die Eingliederung in den Arbeitsmarkt ist für die ökonomische und gesellschaftliche Teilhabe der Flüchtlinge besonders wichtig, unabhängig von Status und Herkunft. Voraussetzungen für die Integration in den Arbeitsmarkt sind nicht nur ausreichende Sprachkenntnisse, berufliche Qualifikationen und ihre Anerkennung, sondern auch die Herstellung eines sicheren Aufenthalts.“

Nach Ansicht des Gewerkschafters können Ein-Euro-Jobs nicht mit dem „Gießkannenprinzip“ verteilt werden, vielmehr stellen sie in einer Prozesskette im Hartz-IV-System die Ultima Ratio dar. Degenhardt: „Flüchtlinge sind keine billigen Arbeitskräfte.“


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