Deutscher Gewerkschaftsbund

PM Kölner Jugendring - 29.01.2020

Kölner Jugendring fordert Verbesserungen bei Umschulungen

Angesichts des Strukturwandels auf dem Kölner Arbeitsmarkt spricht sich der Kölner Jugendring, ein Zusammenschluss von Kölner Jugendverbänden, für deutliche Verbesserungen bei Umschulungen aus. „Mit einer längeren Förderung, höheren Fördersätzen und mehr Angeboten lässt sich das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit unter jungen Menschen besser bekämpfen“, erklärt der Jugendring. „Von den 18.000 Leistungsempfänger*innen in Köln – von denen jede*r fünfte unter 35 Jahren ist – haben über 13.000 keine abgeschlossene Berufsausbildung. Dabei ist bekannt, dass Menschen ohne berufliche Qualifikationen kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Allerdings gibt es nur rund 1.300 Plätze an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen.“

Der Jugendring kritisiert aber nicht nur eine mangelnde Zahl von Qualifizierungsangeboten, sondern auch die Rahmenbedingungen bei der Förderung: „Durch die Jobcenter geförderte Umschulungen sind um ein Drittel kürzer als eine reguläre Ausbildung. Diese Regelung stammt aus einer Zeit, als Umschulungsmaßnahmen vor allem für ausgebildete Fachkräfte angeboten wurden. Dadurch, dass dieser Personenkreis schon über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügte, konnte man die Umschulungen in verkürzter Form anbieten“, erläutert Omer Semmo, Mitglied des Vorstandes Kölner Jugendring mit dem Arbeitsschwerpunkt Ausbildung.

Die Situation ist nun eine völlig andere findet der Jugendring: „Tausende von Arbeitslosen werden nur über eine Umschulung einen Berufsabschluss erreichen. Sie haben keinen anderen Abschluss als Basis, auf den man aufbauen kann. Deswegen ist eine grundsätzliche gekürzte Umschulung unsinnig.“

Omer Semmo weist zudem darauf hin, dass Umschulungsteilnehmer*innen höhere Aufwendungen haben. „Andere Kleidung oder nicht gestelltes Unterrichtsmaterial führen zu Ausgaben, die nicht im Regelsatz enthalten sind. Die Sorge das nicht finanzieren zu können, ist mehr als berechtigt. Die Frage, warum man das „für das gleiche Geld“ machen soll, auch“, erklärt Semmo.

Daher fordert der Kölner Jugendring eine Flexibilisierung der Förderdauer. Umschulungen müssen nach persönlichem Bedarf der Teilnehmenden auch drei Jahre und länger gefördert werden. Langsamere Lernfortschritte oder auch nicht ausreichende Sprachkenntnisse können so im Rahmen der Förderung besser ausgeglichen werden und führen nicht unmittelbar zum Abbruch. Weiterhin fordert der Kölner Jugendring eine Aufstockung des Regelsatzes für Umschulungsteilnehmer*innen. Ein Ausgleich der Mehraufwendungen und ein finanzieller Anreiz wird die Bereitschaft, eine Umschulung zu beginnen, signifikant erhöhen.


Kontakt:

Geschäftsstelle Kölner Jugendring
Sabine Welter
Kartäuserwall 24b
50678 Köln
Telefon: 0221/81 52 24
gstelle@koelner-jugendring.de
www.koelner-jugendring.de


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