Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 018/15 - 25.02.2015

DGB: Beschäftigtenzahlen sind erklärungsbedürftig

Zuwächse in Vollzeit und Teilzeit halten sich in Bonn die Waage

Nach der Veröffentlichung der neuen Rekordzahlen von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen für Bonn durch die Stadtverwaltung gibt es auch kritische und mahnende Worte.
Bonns DGB-Chef, Ingo Degenhardt, weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass die vermeldeten neuen Rekordzahlen erklärungsbedürftig sind. „Natürlich freue auch ich mich über die weitere enorme Steigerung im Bereich der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in unserer Stadt. Jedoch sollten der Oberbürgermeister und die Wirtschaftsförderin die Zahlen differenziert betrachten und ein ‚ehrliches‘ Bild zeichnen“, sagt Degenhardt. 

Im Juni 2014 registrierte die Bundesagentur für Arbeit für Bonn 163.663 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse - ein neuer Höchststand und ein Plus von 2,1 % zum Vorjahr.
Darin sind jedoch 6.941 Ausbildungsverhältnisse enthalten. „Diese Zahl ist erst einmal von der Gesamtzahl abzuziehen, somit verbleiben 156.722. Davon sind 44.975 Menschen (29 %) in Teilzeit beschäftigt. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten beträgt demnach 111.252“, so die Aussage in der DGB-Stellungnahme.
Ingo Degenhardt ist der Auffassung, dass diese differenzierte Betrachtung bei den städtisch Verantwortlichen eine Rolle spielen muss und geht in seiner Analyse noch weiter. „Im Juni 2014 waren in unserer Stadt 3.020 Menschen in Leiharbeit beschäftigt und 25.742 Menschen gingen einer ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigung nach. Das Beschäftigungswachstum verteilt sich zu gleichen Anteilen auf die Vollzeit und die Teilzeit mit jeweils 1.400 Stellen“, so der Gewerkschafter. Nach den DGB-Berechnungen beträgt der Zuwachs an Vollzeitbeschäftigung lediglich 1,3 %. 

Zum 31.12.2013 mussten in der Bundesstadt Bonn 6.200 Vollzeitbeschäftigte mit einem Bruttoarbeitsentgelt von bis zu 1.500 Euro auskommen. Das entspricht weniger als der seit 1. Januar diesen Jahres geltende Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde.
„Bei aller Freude am Beschäftigungszuwachs sollten Politik und Verwaltung stets diese Differenzierung im Blick behalten. Gute Arbeit muss der Anspruch sein“, mahnt Bonns DGB-Chef Degenhardt.
Zu Recht weist der Gewerkschaftsbund darauf hin, dass die Menschen Arbeitsplätze brauchen von deren Einkommen sie auch leben können. Daran muss sich eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung messen lassen.


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