Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 30/21 - 07.07.2021
Zum Start der Sommerferien

DGB-Jugend Köln informiert: Ferienjobs – Worauf Schüler*innen achten sollten

Endlich Sommerferien – trotz Pandemie kommt für viele Schüler*innen nun die Zeit für Ferienjobs: Würstchen braten, Eis verkaufen, hundert Euro mehr verdienen. Wer sein Taschengeld aufbessern will, bekommt nebenbei auch Einblicke ins Arbeitsleben. Es gibt klare Regeln, die eingehalten werden müssen. Die DGB-Jugend in der Region Köln-Bonn gibt Tipps:

Das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt
Ferienjobs gibt es in vielen Branchen, aber Schüler*innen dürfen längst nicht alles machen. „Das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt, unter welchen Bedingungen Kinder und Jugendliche arbeiten dürfen“, erklärt Laura Knöchel, Jugendbildungsreferentin des DGB Köln-Bonn. Grundsätzlich sei Kinderarbeit bis einschließlich dem 14. Lebensjahr verboten. „Nur wenn die Eltern zustimmen, dürfen Kinder über 13 Jahre bis zu zwei, in der Landwirtschaft drei Stunden täglich zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten. Es müssen aber leichte Tätigkeiten sein – zum Beispiel Gartenarbeit, Zeitung austragen oder Botengänge.“

Arbeitsschutz auch beim Ferienjob
Wer zwischen 15 und 17 Jahre alt ist, gelte als Jugendlicher. „Und für die gibt es beim Jobben in den Ferien weniger Einschränkungen“, so Knöchel. Regeln gebe es aber trotzdem: „Schulpflichtige dürfen nicht länger als vier Wochen im Jahr in den Ferien jobben. Denn Schulferien sind in erster Linie zur Erholung da – vor allem nach diesem weiteren Schuljahr unter den Bedingungen der Pandemie. Wer trotzdem jobben möchte, muss wissen: Schwere körperliche oder gefährliche Arbeit ist für Jugendliche tabu. Schwere Gegenstände tragen, mit Chemikalien hantieren oder Akkordarbeit – all das ist verboten.“

Die Arbeitszeit von acht Stunden am Tag und 40 Stunden je Woche dürfe nicht überschritten werden, erklärt Knöchel, auch nicht der Arbeitszeitraum zwischen 6 und 20 Uhr. „Ausnahmen gibt es für Schüler*innen, die bereits 16 Jahre alt sind. Sie dürfen z. B. in Gaststätten bis 22 Uhr und in Mehrschicht-Betrieben bis 23 Uhr arbeiten, aber nicht an Wochenenden.“ Von der Wochenend-Regel ausgenommen seien beispielsweise Sportveranstaltungen.

Auch die Ruhepausen von unter 18-Jährigen seien im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt. „Schüler*innen, die viereinhalb bis sechs Stunden am Tag arbeiten, haben Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause. Bei mehr als sechs Stunden sind es 60 Minuten.“

Problem: Mindestlohn gilt nur für über 18-Jährige
Auch bei Ferienjobs müsse der Lohn stimmen, sagt Knöchel: „Mit dem Mindestlohngesetz haben Ferienjobber*innen, die älter als 18 Jahre sind, Anspruch auf 9,60 Euro je Stunde. Das gilt auch, wenn der Ferienjob als geringfügige Beschäftigung (bis zu 450 Euro/Monat) ausgeübt wird.“ Für unter-18-Jährige gelte das Mindestlohngesetz leider nicht. „Trotzdem sollten auch Jugendliche unter 18 Jahren nur Jobs annehmen, die fair bezahlt sind.“

Zudem sollten die Jugendlichen auf einen Arbeitsvertrag bestehen, empfiehlt Laura Knöchel: „Jeder und jede sollte nur mit einem schriftlichen Vertrag in der Hand einen Ferienjob beginnen. Und der muss vorher abgeschlossen werden und ganz klar Aufgaben, Arbeitszeiten und den Lohn regeln.“

Und wenn Arbeitgeber sich nicht an die Gesetze halten? Dann sollten Schüler*innen zusammen mit ihren Eltern etwas dagegen tun. „Verstöße gegen Arbeitsschutzgesetze darf man nicht hinnehmen. Bitte wendet euch unbedingt an die Aufsichtsbehörden“, rät Knöchel. In der Regel sind das örtliche Gewerbeaufsichtsämter oder die Ämter für Arbeitsschutz. „Davon abgesehen stehen wir als Gewerkschaftsjugend natürlich auch immer mit Rat und Tat zur Seite. Wir beraten bei Unsicherheiten und vermitteln an die richtigen Stellen weiter“, so Knöchel abschließend.


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Jörg Mährle