Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 01/20 - 10.01.2020
DGB zur Meisterpflicht

Wiedereinführung der Meisterpflicht ist gut, aber Novellierung der Handwerksordnung wäre besser!

Zum 1. Januar wurde die Meisterpflicht für 12 Handwerksberufe wieder eingeführt. Die Regelung der Bundesregierung zielt auf eine Verbesserung von Qualität und Leistungsfähigkeit der betroffenen Gewerke, auf nachhaltige und wettbewerbsfähige betrieblicher Strukturen sowie die Gewährleistung der Ausbildungsqualität.

Die Wiedereinführung der Meisterpflicht wird auch von Seiten der Gewerkschaften unterstützt. Allerdings sind nach Auffassung des DGB weitere Schritte notwendig. „Aus unserer Sicht muss die Handwerksordnung umfassend novelliert werden, um die Probleme im Handwerk zu lösen“, so Damian Warias, Gewerkschaftssekretär der DGB Region Köln-Bonn: „Themen wie gute Arbeitsbedingungen, Tarifbindung oder die Qualität der beruflichen Ausbildung hängen mit Blick auf den Fachkräftemangel wie ein Damoklesschwert über einigen Branchen des Handwerks. Nur noch für ca. 30 Prozent der Beschäftigten im Handwerk gilt ein Tarifvertrag, wohingegen die Tarifbindung für Beschäftigte bundesweit über alle Sektoren bei rund 50 Prozent liegt. Die Tarifbindung im Handwerk muss also wieder deutlich steigen.“

Nach Auffassung von Damian Warias müssen die Innungen dazu gebracht werden, wieder verstärkt Tarifverträge abzuschließen. Einen Hebel sieht Warias in einer Novellierung der Handwerksordnung: „Es ist notwendig, die Leistungsfähigkeit der Innungen neu zu definieren. Entscheidendes Kriterium ist dabei, ob die Aufgabe, als Sozialpartner Tarifverträge abzuschließen, erfüllt wird. Wenn sich eine Innung dann als nicht leistungsfähig erweist, könnte ihr der Status der Körperschaft des öffentlichen Rechts entzogen werden. Sie darf dann keine Prüfungen mehr abnehmen“, erklärt Warias.

Insgesamt gibt es im Kammerbezirk Köln 9.759[1] Handwerksbetriebe, die keine Zulassung benötigen. 4.995 Betriebe könnten von der neuen Regelung betroffen sein, aber der Gesetzgeber hat für sie den Bestandschutz gewährt.


[1] Stand am 31.12.2018, Geschäftsbericht der Handwerkskammer zu Köln


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Jörg Mährle