Deutscher Gewerkschaftsbund

PM DGB NRW - 18.02.2013
DGB NRW

Interessen der Beschäftigten im Einzelhandel

Anlässlich der heutigen öffentlichen Anhörung zum Ladenöffnungsgesetz NRW erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW:

„Der DGB NRW und die Gewerkschaften bewerten den Gesetzentwurf der Landesregierung äußerst kritisch. Die Interessen der Beschäftigten im Einzelhandel werden nicht ausreichend berücksichtigt. So ist es für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fatal, dass die vollständige Freigabe der Öffnungszeiten an Werktagen bestehen bleiben soll. Die Zahl der Sonn- und Feiertage, an denen pro Gemeinde die Geschäfte öffnen dürfen, ist aus Sicht der Gewerkschaften immer noch deutlich zu hoch.

Dabei sind die Folgen überlanger Ladenöffnungszeiten längst bekannt: Die Liberalisierung der Öffnungszeiten hat in NRW zu einer massiven Veränderung der Beschäftigungs- und Lebensbedingungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geführt. Spät- und Nachtarbeit sind nachweislich gesundheitsfeindlich und schaden dem Familienleben. Zudem gibt es negative Auswirkungen auf die Beschäftigungsstruktur. Die Unternehmen haben ihren zusätzlichen Arbeitskräftebedarf für die längeren Öffnungszeiten mit geringfügig Beschäftigten abgedeckt. Inzwischen haben fast ein Drittel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in dieser Branche nur noch einen Minijob und auch Leiharbeit und Werkverträge nehmen kontinuierlich zu.

Zwangteilzeit, Minijobs und abnehmende Tarifbindung führen zu einer Verarmung großer Teile der Beschäftigten im Einzelhandel. Obwohl Einzelhandelsbeschäftigte häufiger eine abgeschlossen Berufsausbildung haben als es in der Gesamtwirtschaft durchschnittlich der Fall ist, arbeitet ein Drittel von ihnen für einen Stundenlohn unter 8,50 Euro.

Wir fordern die Landesregierung auf, den Gesetzentwurf zu überarbeiten und ihr propagiertes Politikziel Gute Arbeit in die Tat umzusetzen.“

Die gemeinsame Stellungnahme von DGB und ver.di NRW finden Sie hier: https://nrw.dgb.de/-/tYq


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