Deutscher Gewerkschaftsbund

PM IG Metall - 11.03.2019

IG Metall bringt 8.000 Rosen in die Betriebe und fordert damit stärkere Impulse für Gleichstellung

Anlässlich des Internationalen Frauentages verteilt die IG Metall Köln-Leverkusen in diesem Jahr wieder ca. 8.000 Rosen an ihre weiblichen Beschäftigten in den Betrieben. Gib mir Brot und Rosen, so lautet der Titel eines Liedes, welches 1912 beim Streik der Textilarbeiterinnen in New York entstand. Ein Zeichen der Wertschätzung und gleichwohl ein deutlicher Hinweis auf die noch immer bestehenden großen Unterschiede im Arbeitsleben zwischen Frauen und Männern. Die IG Metall fordert daher Politik und Wirtschaft auf, die Gleichstellung von Frauen und Männern voranzutreiben. „Noch immer machen Frauen seltener Karriere als Männer oder steigen in Führungspositionen auf. Noch immer gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede bei der Bezahlung, was eine riesige Rentenlücke zur Folge hat. Und auch Weiterbildungsangebote für Beschäftigte in Teilzeit gibt es kaum, da Qualifizierungsangebote selten wohnortnah angeboten werden.“ sagte Wiebke Hansen (Vorsitzende der IG Metall Frauen Köln-Leverkusen und Betriebsrätin der Ford Bank GmbH).

Ein Schritt in die richtige Richtung sei die Brückenteilzeit, weil sie helfe, die Teilzeitfalle zu verhindern. Seit Anfang des Jahres können Beschäftigte in Unternehmen mit mehr als 45 Beschäftigten die Arbeitszeit für 1 bis 5 Jahre reduzieren und anschließend zur vorherigen Arbeitszeit zurückkehren. „Allerdings sind zu viele Betriebe vom Gesetz ausgenommen. Das Gesetz ist außerdem zu unflexibel: wenn der Zeitraum der reduzierten Arbeitszeit einmal festgelegt ist, gibt es keine Anpassungsmöglichkeit mehr. Wir brauchen flexiblere Rechtsansprüche für alle Beschäftigten“, kritisierte Kati Köhler (Fachsekretärin der IG Metall Köln-Leverkusen und zuständig für gleichstellungspolitische Themen). 

Deutlich flexibler sei der Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie aus dem letzten Jahr. „Ab 2019 haben Beschäftigte das Recht, nach einer Phase der Absenkung auf bis zu 28 Stunden wieder in die ursprüngliche Vollzeitarbeit zurückzukehren. Dies gilt in allen tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie – unabhängig von der Betriebsgröße. Außerdem können Beschäftigte direkt einen Folgeantrag stellen, während die gesetzlichen Regelungen eine Wartefrist von einem Jahr vorsehen. Das bringt Freiräume für eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Leben oder für berufliche Weiterbildung“, betonte Kati Köhler.


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Internationaler Frauentag 2019

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