Deutscher Gewerkschaftsbund

PM Ver.di KBL - 17.12.2018

ver.di kritisiert geplante Kürzungen an der Universität zu Köln

Rektorat muss über Ursachen und Folgen informieren

Die geplanten Kürzungen an der Universität zu Köln beschäftigen nun auch die Gewerkschaft ver.di. Hier sieht man die Streichungen mit großer Besorgnis. „Die Kürzung von Personal und Leistungen im Umfang von 17 Millionen Euro ist nicht moderat, sondern ein massiver Einschnitt in die Grundstruktur der Universität“, so der Gewerkschaftssekretär Dirk Hansen. 

Die Gewerkschaft weist daraufhin, dass bereits jetzt in vielen Bereichen der Hochschule die Arbeitssituation kritisch ist. „Die Beschäftigten arbeiten in der Verwaltung und den Fakultäten am Limit. Bearbeitungsrückstände, Überstunden, hoher Arbeitsdruck und Erkrankungen sind die Folge.“, so der Gewerkschaftsvertreter. Weiterer Personalabbau werde diese Situation verschärfen. „Jede Nichtverlängerung eines befristeten Arbeitsvertrages ist eine Entlassung. Weniger Mitarbeiter führen zu Einschnitten bei Studium und Lehre und zur Mehrbelastung bei den verbleibenden Beschäftigten.“, so Hansen.

ver.di sieht mit großer Besorgnis, dass die Mitarbeiter der Universität über die Ursachen und Folgen des Strukturdefizits weitgehend im Unklaren gelassen werden. „Das Rektorat muss sich fragen lassen, wie es künftige Kürzungen ausschließen will, wenn bisher die Ursachen des Strukturdefizits in Teilen unklar sind.“ Die Gewerkschaft weist in diesem Rahmen auf den Zusammenhang des Strukturdefizits mit der sog. Exzellenzinitiative hin. „Mittel aus der Exzellenzinitiative gibt es nicht on-top, sondern nur nach entsprechenden Investitionen. Diese Investitionen lösen Folgekosten aus.“ Auch daraus speise sich das aktuelle Defizit. Für die Gewerkschaft ist das nicht hinnehmbar. „Wer Exzellenz will, muss diese auch ausreichend finanzieren. Ein Gegeneinander von Exzellenzfeldern und den weiteren Bereichen der Universität darf es nicht geben“, fordert Gewerkschaftssekretär Hansen. „Hier muss das Rektorat seinen Einfluss geltend machen, z.B. über die Hochschulrektorenkonferenz.“

Nach Auffassung der Gewerkschaft kann die Verantwortung für den geplanten Personal- und Leistungsabbau nicht an die Verwaltung und die Fakultäten abgeben werden. Die ver.di fordert das Rektorat dazu auf, genau darzulegen, wie sich die Kürzungen auf die Situation der einzelnen Mitarbeiter und die Qualität von Lehre und Studium auswirken und wie negative Folgen abgewendet werden können.

Quelle: Ver.di Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen


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