Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 046/14 - 06.10.2014
Gewerkschaftsjugend auf Berufsschultour in Köln

„Die Situation in den Ausbildungsbetrieben ist zum Teil schockierend“

Nach vier Tagen an Kölner Berufskollegs zeigt sich die Kölner Gewerkschaftsjugend empört über einige Berichte junger Auszubildenden. „Die Situation in den Ausbildungsbetrieben ist zum Teil schockierend! Gleich mehrfach haben uns Auszubildende berichtet, dass sie Überstunden ansammeln müssen, damit sie das Berufskolleg besuchen dürfen,“ schildert Judith Gövert, Jugendbildungsreferentin des DGB Köln-Bonn: „Das ist eine Missachtung des Berufsbildungsgesetzes. Dort ist eindeutig festgelegt, dass Auszubildende für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen sind.“

Jariv Schönberg, Jugendsekretär der IG Metall Köln-Leverkusen, ergänzt: „Wir hörten von Arbeitgebern, die die Einfahrt des Betriebsparkplatzes zuparken und die Auszubildenden erst nach verrichteter Arbeit, weit über die normale Arbeitszeit hinaus,  rausfahren lassen. Es gibt aber klare Arbeitszeitregelungen – diese werden nicht beachtet.“

Doch damit nicht genug: „Ein Auszubildender berichtete, dass er, nachdem er zehn Minuten zu spät zum Berufskolleg kam, vom Betrieb einen ganzen Urlaubstag gestrichen bekam. Ein anderer musste während seiner Arbeitszeit die Privatwohnung seines Vorgesetzten tapezieren. Das sind klare Gesetzesverstöße,“ so Schönberg.

Die Gewerkschaftsjugend traf aber auch auf junge Menschen, die zufrieden in ihrer Ausbildung sind, keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht haben und gut ausbildet werden.

„Insgesamt war die Berufsschultour ein voller Erfolg“, so Judith Gövert. An vier Tagen besuchten DGB-Jugend und IG Metall-Jugend fast 40 Klassen an vier Kölner Berufskollegs und informierte die Schülerinnen und Schüler über ihre Rechte in der Ausbildung, über Gewerkschaften, Betriebsräte und Auszubildendenvertretungen.

„Für viele junge Menschen ist unser Besuch an den Schulen der erste Kontakt mit Gewerkschaften. Dabei mussten wir feststellen, dass ein Großteil der Auszubildenden nicht ausreichend über ihre eigenen Rechte, Pflichten und Möglichkeiten informiert ist“, so Jariv Schönberg: “Die Auszubildenden waren besonders an Antworten auf ihre Fragen zu Ausbildungsinhalten, Arbeitszeit und Übernahme nach der Ausbildung interessiert.“

Einen weiteren Erfolg der Tour sieht Gövert auch darin, dass sich rund 500 der angesprochenen Auszubildenden an einer Umfrage zur Ausbildungszufriedenheit beteiligt haben. Die Befragung bildet die Grundlage für den jährlichen Ausbildungsreport der DGB-Jugend NRW, der als einziges Instrument, die Zufriedenheit in der Ausbildung untersucht. „Mit dieser überwältigenden Beteiligung haben wir nicht gerechnet. Sie zeigt, dass Auszubildende eine Möglichkeit suchen, auf Probleme und Missstände während der Ausbildung hinzuweisen.“

Die Gewerkschaftsjugend hat von allen Schulen ein positives Feedback erhalten und wird auch in 2015 wieder eine Tour durchführen.


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