Deutscher Gewerkschaftsbund

PM IG Metall - 03.05.2013

Tarifbewegung Metall und Elektro geht in die heiße Phase

IG Metall fordert 5,5 Prozent 
Warnstreiks und Kundgebung am 13. Mai in Köln
III. Verhandlung NRW in der BayArena Leverkusen am 13. Mai

Am 1. Mai 2013 ist die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie abgelaufen. Die Tarifbewegung tritt in ihre heiße Phase. Die Arbeitgeber verlangen eine „Verschnaufpause“ bei den Tariferhöhungen. Für die Arbeitnehmer ist keine „Verschnaufpause“ eingetreten:

·   Die Preise steigen ständig weiter. Besonders starke Preissteigerungen spüren wir täglich bei Lebensmitteln, Energiepreisen, Mieten und vielen kommunalen Gebühren. Keine Verschnaufpause bei den Preisen, keine Verschnaufpause bei den Tariferhöhungen.

·   Der Leistungsdruck in den Betrieben ist weiter stark durch Rationalisierung, Personalabbau angestiegen. Zeit zum Durchatmen bleibt kaum. Wir brauchen auch einen Ausgleich für die Produktivitätssteigerungen. Aktive Erholung vom Arbeitsstress bekommen wir nicht zum Nulltarif.

·   Wir wollen an den Gewinnen, die in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind, beteiligt werden. Arbeitnehmer spekulieren nicht an den Börsen mit ihren Tariferhöhungen, Arbeitnehmer hinterziehen nicht die Steuern für Tariferhöhungen, unsere Tariferhöhungen steigern die Binnennachfrage, stabilisieren das Wirtschaftswachstum, stärken den Staatshaushalt und sind ein Beitrag gegen die EURO-Krise.

Die Arbeitgeber haben auf unsere Forderungen mit einem völlig unzureichenden „Angebot“ reagiert: Für Mai und Juni sollen die Entgelte und Ausbildungsvergütungen überhaupt nicht steigen. Ab Juli haben sie 2,3 Prozent angeboten - mit einer Laufzeit bis Ende Mai 2014. Die Gesamtlaufzeit wäre somit 13 Monate.

Das ist eine dreifache Nullnummer: Null für Mai, null für Juni und null Kaufkraftausgleich für die kommenden Monate! Denn wenn man das Angebot auf ein Jahr umrechnet, kommen da gerade einmal 1,9 Prozent bei heraus. Das ist vielleicht gerade einmal die Preissteigerung! Das geht überhaupt nicht!

Am 13. Mai wird in Nordrhein-Westfalen weiterverhandelt, Verhandlungsort ist die Kölner Region: Wir verhandeln dann in Leverkusen, in der BayArena. Diese dritte Verhandlungsrunde ist die letzte Chance für die Arbeitgeber zu einer Verhandlungslösung. Ansonsten ist die IG Metall auf eine Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen vorbereitet.

Mit 54.900 Arbeitnehmern in der Metall- und Elektroindustrie, das sind 10 Prozent aller Metallarbeitnehmer in NRW, ist die Kölner Metall- und Elektroindustrie inzwischen das größte industrielle Zentrum in Nordrhein-Westfalen geworden. Die Ford Werke sind mit über 18.000 Beschäftigten der größte Metallarbeitgeber in NRW. Daneben arbeiten viele erfolgreiche Unternehmen der Autozulieferindustrie, wie z.B. Federal Mogul (Burscheid), SKF (Leverkusen), Eisenwerk Brühl, des Maschinenbaus, wie z.B. Deutz AG, Oerlikon Leybold Vacuum, Schütte, Atlas-Copco, Boll&Kirch und der Elektroindustrie wie Siemens, Bosch, nkt cables in der Region.

Die IG Metall Köln-Leverkusen ruft alle Arbeitnehmer der Metall- und Elektroindustrie der Kölner Region zu einem großen Aktions- und Warnstreiktag auf. In den meisten Betrieben ruft die IG Metall Köln-Leverkusen die Beschäftigten zu einem Warnstreik am 13. Mai 2013 ab 9:00 Uhr auf. Vor den Toren der FORD –Werke in Köln-Niehl wird eine gemeinsame große Warnstreik Kundgebung aller Warnstreikbetriebe stattfinden. Schon am 7. und 8. Mai sind einige Betriebe im Rhein-Erft Kreis zum Warnstreik aufgerufen.

Witich Roßmann, I. Bevollmächtigter der IG Metall Köln-Leverkusen und Mitglied der NRW Verhandlungskommission erklärte zu den Argumenten der Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde: „Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Arbeitgeber die wirtschaftliche Situation in NRW schlecht reden. Gerade die starke mittelständische Struktur der Maschinenbauer und Elektrounternehmen stellen eine Stärke von NRW dar. Viele Unternehmen, auch aus der Kölner Region, haben Spitzenpositionen auf dem Weltmarkt. Auch in NRW hat unsere Forderung nach 5,5 Prozent völlige Berechtigung.

Wir weisen das Argument der Arbeitgeber, die 4,3 Prozent im letzten Jahr seien überzogen gewesen, nachdrücklich zurück. Die 4,3 Prozent waren der berechtigte Ausgleich für die gemäßigten Tarifabschlüsse 2010/2011. Das war beiden Seiten klar. 2013 gibt es nichts zu verrechnen.

Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben letzte Woche ihre Prognosen nach oben korrigiert. Ab Herbst 2013 und für 2014 sagen sie eine starke Belebung voraus. Auch weitere Preissteigerungen um die 2 Prozent werden realistisch erwartet.

Die deutsche und vor allem die europäische Wirtschaft brauchen ein kräftige Erhöhung der Massenkaufkraft. Dazu muss auch der Tarifabschluss der Metall- und Elektroindustrie beitragen.

Gemessen an diesen Anforderungen ist das Angebot von 2,3 Prozent inklusive zwei Nullmonaten für insgesamt 13 Monate völlig unzureichend. Aber immerhin haben sich die Arbeitgeber, entgegen anderen Pressemeldungen aus dem Süden der Republik, mit dem Vorschlag einer dreizehnmonatigen Laufzeit der IG Metall Forderung nach 12 Monaten schon sehr angenähert. Eine Differenzierung zwischen NRW und Bayern wird ebenso von allen Betriebsräten abgelehnt wie eine Differenzierung nach Betrieben. Die Preise steigen in Deutschland für alle Arbeitnehmer, ob sie bei BMW in München, bei Ingolstadt in Neckarsulm oder bei Ford in Köln arbeiten.“

IG Metall Köln-Leverkusen
Dr. Witich Roßmann
I. Bevollmächtigter
Telefon: 0221-951524-10
Telefax: 0221-951524-41
Handy: 0170-3333225
E-Mail: koeln-Leverkusen@igmetall.de
Internet: www.koeln-leverkusen.igmetall.de


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