Deutscher Gewerkschaftsbund

PM ver.di NRW - 27.03.2014

60.000 Streikende: Klares Signal an die Arbeitgeber

Nachdem bereits am Mittwoch (26.3.) über 12.000 Beschäftigte des nordrhein-westfälischen Nahverkehrs in den Streik getreten waren, legten am Donnerstag (27.3.) über 60.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in NRW die Arbeit nieder. Auf Kundgebungen in Köln, Duisburg, Dortmund und Bielefeld forderten sie die öffentlichen Arbeitgeber auf, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen. Die Zeit der Spielchen sei vorbei. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes hätten ein Recht auf eine angemessene Tariferhöhung, so die Streikenden. „Entscheidende Fragen, die in den Tarifverhandlungen im Zentrum stehen, sind kontrovers“, so der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. „Da ist es richtig, dass die Beschäftigten deutlich machen, dass sie hinter den Forderungen stehen und zeigen, mit ihnen ist zu rechnen – ein starkes Signal an die Arbeitgeber.“

14.000 Streikende in Duisburg: Wir sind es wert!

Zur Streikkundgebung nach Duisburg kamen 14.000 Streikende aus Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Duisburg und vom Niederrhein. Unter dem Motto „Wir sind es wert“ zogen sie mit zwei Demonstrationszügen durch die Duisburger Innenstadt zum Burgplatz vor dem Rathaus der Stadt. Dort erklärte die ver.di-Bezirksvorsitzende Anne Berger, sie sei es leid zu betteln. Sie forderte von den Arbeitgebern endlich ein faires Angebot auf den Tisch zu legen. Der Betriebsratsvorsitzende der Düsseldorfer Rheinbahn, Uwe David, setzte sich mit dem Argument der Arbeitgeber auseinander, die ver.di-Forderungen seien „maßlos“. „Nicht unsere Forderungen sind maßlos. Wenn sich die Politiker ihre Diäten innerhalb eines Jahres um zehn Prozent erhöhen, das nenne ich maßlos“, rief er unter dem Beifall der Streikenden. Heike Pellinat, Personalrätin aus Essen, ging mit dem Kämmerer der Stadt hart ins Gericht. Dieser hatte erklärt, für jeden Prozentpunkt Entgelterhöhung im öffentlichen Dienst, müssten 30 Arbeitsplätze bei der Stadt abgebaut werden. „Das ist nichts anderes als nackte  Erpressung und die werden wir uns nicht gefallen lassen“. Solidarische Grüße überbrachte der Telekom-Betriebsrat Rene Resch. „So wie ihr sind auch wir im Arbeitskampf. Uns so wie ihr, sollen wir mit Almosen abgespeist werden. Gemeinsam werden wir das verhindern und einen fairen Tarifabschluss erkämpfen. Im öffentlichen Dienst und bei der Telekom“.

„Einfach spitze“

„Gestern 12.000 im Nahverkehr, heute 60.000 im Land und über 14.000 in Duisburg – das ist einfach Spitze!“ Mit diesem Worten begrüßte die ver.di-Landesleiterin Gabriele Schmidt die Streikenden. Dies sei ein deutliches Signal, aber auch eine Warnung an die Arbeitgeber am Verhandlungstisch ein faires Angebot zu machen. „Wir suchen die Einigung in der nächsten Runde und wollen einen guten Abschluss für die Beschäftigten“, erklärte die Gewerkschafterin. Dabei bestehe im öffentlichen Dienst ein deutlicher Nachholbedarf. Während in der privaten Wirtschaft die Löhne und Gehälter seit dem Jahr 2000 um 37,7 Prozent gestiegen sind, stiegen die Einkommen im öffentlichen Dienst im gleichen Zeitraum um 29,1 Prozent. „Das ist eine Differenz um 4,6 Prozentpunkte. Der öffentliche Dienst läuft Gefahr, zum unattraktivsten Arbeitgeber zu werden“, so die ver.di-Landesleiterin. An die öffentlichen Arbeitgeber gewandt, erklärte Gabriele Schmidt: „Wenn es in den Verhandlungen zu keinem fairen Ergebnis kommt, werden die Arbeitgeber die Folgen zu verantworten haben. Da wird der Warnstreik von heute ein laues Lüftchen gewesen sein.“

http://nrw.verdi.de/themen/nachrichten/++co++3e11b996-b5b6-11e3-b449-525400248a66


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Dieser Artikel gehört zum Dossier:

Tarifrunde Öffentlicher Dienst 2014 Bund und Gemeinden

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