Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 52/11 - 08.11.2011
DGB-Jugend NRW

DGB Jugend NRW legt Ausbildungsreport 2011 vor

67 Prozent der Auszubildenden in NRW wissen noch nicht, ob sie nach der Ausbildung übernommen werden, für knapp sieben Prozent ist bereits klar, dass es für sie keine Zukunft in ihrem Ausbildungsbetrieb gibt. „Die Unsicherheit über die eigene Zukunft bestimmt das Lebensgefühl der meisten Auszubildenden“, erklärt Stephan Otten, Jugendbildungsreferent des DGB Köln-Bonn. Zu diesem Ergebnis komme der Ausbildungsreport der DGB Jugend NRW 2011. „Bei vielen Befragten in NRW ist die Unsicherheit so groß, dass sie eine persönliche Lebensplanung als nahezu unmöglich beschreiben“, so Otten weiter. Dabei sei die Sicherheit übernommen zu werden zentral für die persönliche Ausbildungszufriedenheit: „85 Prozent der jungen Frauen und Männer, die sicher wissen, dass sie übernommen werde, geben an, zufrieden mit ihrer Ausbildung zu sein.“

Im Rahmen ihres 4. Ausbildungsreportes hat die DGB Jugend NRW knapp 900 Auszubildende in den 25 häufigsten Ausbildungsberufen in Nordrhein-Westfalen nach ihrer Zufriedenheit und der Qualität ihrer Ausbildung befragt.

„Auch in diesem Jahr kommt der Ausbildungsreport zu dem Ergebnis, dass der überwiegende Teil der Befragten mit der Qualität seiner Ausbildung zufrieden ist, sieben von zehn Auszubildenden bewerten ihre Ausbildung mit gut oder sehr gut“, so Otten. „Dies ist grundsätzlich sehr erfreulich, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nach wie vor gravierende Mängel gibt.“ Immer noch müssten Auszubildende – je nach Beruf und Betriebsgröße in unterschiedlicher Häufigkeit – ausbildungsfremde Tätigkeiten verrichten, Überstunden machen und es fehle zum Teil an ausreichender Betreuung durch Ausbilderinnen und Ausbilder. Zum Beispiel im Hotel- und im Restaurantgewerbe gebe es nach wie vor zu viele schwarze Schafe unter den Ausbildungsbetrieben.

Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz seien weiterhin keine Seltenheit. Zudem hätten 10,3 Prozent der befragten Auszubildenden angegeben, schon einmal eine Ausbildung abgebrochen zu haben. Als Grund gäben die jungen Frauen und Männer vorwiegend Konflikte mit den Ausbilderinnen und Ausbildern an. „Es ist anzunehmen, dass die Vielzahl von Ausbildungsabbrüchen durch eine höhere Qualität der Ausbildung verringert werden könnte“, erklärt Otten.

Bisher sei zu wenig getan worden, um die Missstände in den Griff zu bekommen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass einige Betriebe es immer noch versäumen, ihre Auszubildenden optimal und qualifiziert auf das Berufsleben vorzubereiten.“ Gerade vor dem Hintergrund des nahenden Fachkräftemangels und des hohen Innovationstempos der Wirtschaft sei das unverantwortlich.

„Die DGB Jugend NRW fordert Aufsichtsbehörden, Kammern und Gewerbeaufsicht erneut auf, schneller und beherzter gegen schlechte Ausbildungsbedingungen in Betrieben vorzugehen. Die öffentliche Hand ist in der Verantwortung, die Ausbildungsstandards auch in den außerbetrieblichen Ausbildungsangeboten einzuhalten“, so Otten. „Das Recht auf eine gute berufliche Perspektive muss endlich für alle jungen Menschen durchgesetzt werden.“


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