Deutscher Gewerkschaftsbund

PM IG Metall % ver.di - 02.10.2015

IG Metall & Ver.di: "Damit der Politik ein Licht aufgeht"

„Damit der Politik ein Licht aufgeht, bevor wir völlig verSUBen – Mitbestimmung auch bei Werkverträgen“

Unter diesem Motto werden über 100 Beschäftigte aus unterschiedlichen Betrieben am 07.10.2015 in Köln ein lichtes Zeichen setzen. Ausgestattet mit Fackeln und einem Großtransparent werden sie sich vor Arbeitsbeginn um 5.30 Uhr zu einer öffentlichen Aktion auf der Hohenzollernbrücke in Köln versammeln.

Gemeinsam rufen dazu die IG Metall Köln-Leverkusen, sowie der ver.di Bezirk Köln auf. Die Beschäftigten erfahren in ihren Betrieben eine zunehmende Auslagerung von Kernbereichen oder –funktionen an Subunternehmer per Werkvertrag. Nachdem es den Gewerkschaften in den vergangenen Jahren mit viel öffentlichem Druck gelungen ist, über gesetzliche und tarifliche Regelungen zur Leiharbeit in diesem Bereich Verbesserungen für die dort Beschäftigten zu erzielen, suchen sich viele Arbeitgeber nun das nächste „gesetzliche Schlupfloch“, um bestehende, gute Arbeitskonditionen zu unterlaufen.

Über sogenannte „Scheinwerkverträge“ werden in den Betrieben ureigene Kernaufgaben an billige Sub-Unternehmen vergeben. Dies geschieht teilweise schlagartig in großem Umfang, wenn zum Beispiel administrative Bereiche vor Ort vollständig abgebaut und in sogenannte zentrale „Shared Service Center“ verlagert werden. Oder aber, um die Mitbestimmungsrechte von Betriebsräten scheibchenweise zu umgehen, indem frei werdende Stellen nicht wiederbesetzt werden und stattdessen Sub-Unternehmer mit Arbeiten beauftragt werden.

Problematisch ist, dass die Sub-Unternehmer selbst aber oftmals nicht über die notwendigen Strukturen verfügen, um diese Arbeiten selbständig zu erledigen. Sie greifen dann in der Praxis auf die Systeme und Netzwerke des „Kundenunternehmens“ zurück. Dies führt dort zu einer stetigen Arbeitsverdichtung und natürlich werden Beschäftigte auf diese Weise unter Druck gesetzt. „Wenn ihr nicht mitmacht, dann lagern wir bald alles aus, das ist eh kostengünstiger“. Die Beschäftigten in den Sub-Unternehmen wiederum scheuen sich davor, selbst für bessere Arbeitsbedingungen einzutreten, weil sie unter dem Druck stehen: „Wenn ihr einen Tarifvertrag wollt, macht ihr euch überflüssig“. So werden Menschen gegeneinander ausgespielt, um Arbeitszeiten auszuweiten und Entgelte nach unten zu drücken.

„Spannend ist, dass diese Praxis vor allem in Betrieben Fuß fasst, die selber per Werkvertrag arbeiten. Die Beschäftigten, die unsere Aktion am 07.10. unterstützen, sind ausschließlich aus Betrieben, die für andere Firmen Rohrleitungen verlegen, Aufzüge und Brandschutzsysteme einbauen oder im Hochspannungsbau Leitungen verlegen“, sagen Kerstin Klein und Dominik Haas von der IG Metall Köln Leverkusen. „Deshalb wollen unsere Kolleginnen und Kollegen den Aktionstag nutzen, um die Regierung auf diesen Missbrauch hinzuweisen. Wir brauchen, wenn wir diese Praxis stoppen wollen, mehr Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte, z.B. welche Arbeiten überhaupt per Werkvertrag vergeben werden dürfen.“

Auch im Organisationsbereich der Gewerkschaft ver.di wird das Konstrukt der Werkverträge gegen die Stammbelegschaften eingesetzt. So werden bei der Handelskette REAL Kolleginnen und Kollegen mit Werkverträgen als Streikbrecher eingesetzt. Mit der gemeinsamen Aktion soll deutlich werden, dass der Missbrauch von Werkverträgen vor keiner Branche halt macht. Deshalb werden wir uns auch zukünftig gemeinsam für bessere gesetzliche Regelungen einsetzen.

Ansprechpartner zur Aktion für die Presse:
IG Metall: Kerstin Klein: 0160-533 11 63, Dominik Haas: 0151-544 56 330
Ver.di: Stephan Otten: 0175-185 57 02


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